Viel Polizei sorgt für reibungslose Abreise von Hooligans und Neonazis

Demo in Hannover

Der Hauptbahnhof Dortmund war am Samstagmorgen Verkehrsknotenpunkt für Neonazis und Hooligans. Viele Teilnehmer einer "Hooligans gegen Salafisten"-Demonstration in Hannover reisten über Dortmund an. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Es gab eine Festnahme.

DORTMUND

, 13.11.2014, 18:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auch Polizeipräsident Gregor Lange war am Hauptbahnhof. Er schätzt die aktuelle Lage so ein: "Hogesa ist für die rechte Szene eine willkommene Gelegenheit, um ihre Provokationen auf der Straße auszuleben, weil sie mit ihrer Parteiarbeit an Grenzen stößt. Die Polizei hat von Dortmund aus durch Kontrollen Sicherheit für Hannover produziert."  

Die Züge nach Hannover sind raus, die Hogesa-Teilnehmer abgereist. Zeit für eine erste Bilanz: Die Polizei war mit einem Großaufgebot am Hauptbahnhof vor Ort. Sie führte die Demonstrationsteilnehmer sehr eng, es gab Personenkontrollen und eine Festnahme. Für die normalen Reisenden gab es kaum Beeinträchtigungen. Sie haben viel Polizei gesehen, konnten aber ohne Zeitverzögerungen zu ihren Gleisen gelangen.

Am Hauptbahnhof ist eine Person, die nach Hannover reisen wollte, festgenommen worden. Sie wurde per Haftbefehl gesucht. Bislang hat die Polizei 80 Personenkontrollen durchgeführt, bei der die Personalien der Teilnehmer festgestellt wurden. Unser Reporter: "Die Kontrollen waren sinnvoll, sie haben die Teilnehmer überrascht."

Hooligans und Neonazis können am und im Dortmunder Hauptbahnhof keinen Schritt unbegleitet gehen. Sie werden von der Polizei eng geführt, in Gruppen gesammelt und dann umstellt. Unser Reporter: "Die Neonazis haben im Hauptbahnhof keinen Spielraum."

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Polizei-Großaufgebot im Hauptbahnhof

Weil Neonazis und Hooligans zur Hogesa-Demo nach Hannover reisen, ist am Samstagmorgen der Dortmunder Hauptbahnhof zu einem Drehpunkt für reisende Demo-Teilnehmer geworden. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.
15.11.2014
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Einer von 87 Neonazis wurde festgenommen. Gegen ihn lag ein Haftbefehl vor.© Foto: Peter Bandermann
Bundespolizei im Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Polizei steht Spalier: Bahn-Kunden auf dem Weg zum Zug.© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz am Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Halt, stehenbleiben: Mit einer Kontrollstelle überraschte die Polizei die Neonazis, die von Dortmund aus nach Hannover fahren wollten. Die Teilnehmer mussten durch einen Trichter und ihre Personalien nennen.© Foto: Peter Bandermann
So empfing die Polizei in Dortmund die Neonazis, die von Dortmund aus zur Hooligan-Demonstration nach Hannover reisen wollten.© Foto: Peter Bandermann
Keine der Neonazis konnte den Bahnhof ungehindert passieren.© Foto: Peter Bandermann
Warten vor einer Kontrollstelle der Polizei.© Foto: Peter Bandermann
Polizisten stoppten Neonazis, die auf dem Weg nach Hannover waren.© Foto: Peter Bandermann
Dortmund am Morgen: Kontrolle vor der Hooligan-Demo in Hannover.© Foto: Peter Bandermann
Der Polizeieinsatz am Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Tätowierter Schädel auf der Reise nach Hannover.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei nahm die Personalien von 87 Neonazis aus Dortmund und anderen Städten auf.© Foto: Peter Bandermann
Einsatzbesprechung vor dem Bahnhofsvorplatz.© Foto: Peter Bandermann
Warten auf den Zug nach Hannover.© Foto: Peter Bandermann
Zigarettenpause für Neonazis, nachdem sie den Kontroll-Trichter der Polizei verlassen durften.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei bestimmte das Bild am Bahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei bestimmte das Bild am Bahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Wer den Bahnhofsvorplatz erreicht und ein Nazi war, wurde von der Polizei sofort angehalten.© Foto: Peter Bandermann
Hundertschaften der Polizei nahmen die Neonazis in Empfang, die von Dortmund aus nach Hannover reisen wollten.© Foto: Peter Bandermann
Kein Durchkommen für Neonazis: Vor der Anreise zu einer Hooligan-Demonstration in Hannvor mussten die Rechtsextremisten in Dortmund für Kontrollen durch einen Polizei-Trichter.© Foto: Peter Bandermann
Zu Beginn des Tages ist die Bahnhofshalle gut für Reisende passierbar.© Foto: Peter Bandermann
Der Tag in Dortmund beginnt am Bahnhof mit einem großen Polizeieinsatz.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei ist mit Hundertschaften vor Ort, um den Hauptbahnhof zu sichern.© Foto: Peter Bandermann
In der Bahnhofshalle achtet die Polizei unter anderem darauf, dass das Alkoholverbot auch eingehalten wird.© Foto: Peter Bandermann
In Gruppen kommen Rechte und Hooligans am Hauptbahnhof an, sie werden stets von Polizisten begleitet.© Foto: Peter Bandermann
Der Parkplatz am Hauptbahnhof ist voller Einsatzfahrzeuge der Polizei.© Foto: Peter Bandermann
Die Hoges-Teilnehmer auf der Durchreise müssen an einem Kontrollpunkt ihre Personalien abgeben.© Foto: Peter Bandermann
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Eine größere Gruppe Dortmunder Rechtsextremer hat den Bahnhof erreicht. Sie werden in Kleingruppen von der Polizei zu einer Kontrollstelle geführt. Dort müssen alle ihre Personalien abgeben.

Die ersten 60 Teilnehmer sind schon durch den Bahnhof durch. Darunter sind welche, die von ihren Symbolen an der Kleidung her als Neonazis zu erkennen sind. Eininge trinken Alkohol trotz des Alkoholverbots im Hauptbahnhof. Daraufhin hat es erste Ansprachen der Polizei gegeben.

Die Polizei ist mit einem eindrucksvollen Aufgebot vor Ort, um den Haupbahnhof zu sichern. Die Parkplätze vor dem Hauptbahnhof sind mit Einsatzfahrzeugen belegt, die Polizei ist mit Hunderschaften vor Ort und ist so aufgestellt, dass es nicht zu Auseinandersetzung kommen soll. Wichtig für Reisende: Zurzeit ist der Bahnhof gut passierbar, Bundespolizisten gehen im Bahnhofsgebäude Streife.

In allen Zügen und am Bahnhof gilt ein Verbot für Alkoholkonsum und Pyrotechnik. Verstöße können 250 Euro kosten. Die Bundespolizei kann außerdem eine Weiterfahrt verbieten. Damit will die Bundespolizei den Alkoholkonsum während der Anreise und den Einsatz von Pyrotechnik auf Bahnhöfen, in Zügen und während der Demonstration in Hannover verhindern.

Nach der Gewalt-Demonstration von Hooligans am 26. Oktober 2014 in Köln rufen Dortmunder Neonazis im Internet zur Teilnahme der Hooligan-Kundgebung am Samstag in Hannover auf. Ein Verwaltungsgericht hat ein Demonstrations-Verbot der Polizei in Niedersachsen aufgehoben.

Der Hauptbahnhof ist am Samstagmorgen ein Verkehrsknoten für Hooligans und Neonazis aus Nordrhein-Westfalen auf dem Weg nach Hannover. Bahnkunden müssen im Hauptbahnhof, auf Strecken nach Dortmund und von Dortmund nach Hannover mit gewaltbereiten Hooligans und Neonazis rechnen. Mit einer Rückkehr ist den Abendstunden zu rechnen. Die für Bahnanlagen zuständige Bundespolizei und die Landespolizei ist mit Hundertschaften und Zivilkräften im Einsatz. Kunden der Deutschen Bahn AG und von DSW21 müssen mit Verzögerungen rechnen, weil der Hauptbahnhof gegen 8 Uhr ein Treffpunkt für die Rechtsextremisten und Hooligans ist. Mitglieder beider Gruppen waren am 26. Oktober für Gewalttaten während einer Demonstration in Köln verantwortlich.

Bei einem "Kennernlern"-Treffen von Hooligans aus NRW am 28. September 2014 auf der Katharinenstraße waren auch Dortmunder Neonazis anwesend. Mit Lautsprecherdurchsagen gaben die Hooligans vor, "keine Nazis" zu sein. Die Anwesenheit der Dortmunder Nazi-Szene störte die Demonstrations-Veranstalter nicht. An der Demonstration in Köln hatten auch Rechtsextremisten aus Dortmund teilgenommen.

 

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Dortmund am Abend

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