Viel Verkehr und keine Ampeln: Anwohner kämpft für Tempo 30 am Remberg

rnVerkehr am Phoenix-See

Die Straße Am Remberg in Hörde ist Parallelstraße zum Phoenix-See, Hauptverkehrsweg und schlecht für Fußgänger. Ein Anwohner will mehr Sicherheit durch weniger Tempo. Das sagt die Stadt.

Hörde

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Von seiner Wohnung hat Günther Beyer den Blick auf Hörde und Dortmund. Er kann den Phoenix-See sehen, die Hörder Burg, den Florianturm - und die Straße Am Remberg. Hier lebt er gemeinsam mit seiner Frau Margarete Daub-Beyer, von hier kann er sehen, was unten auf dem Asphalt passiert.

Und das, was unten passiert, findet Günther Beyer gefährlich, deshalb setzt er sich unter anderem für eine Reduzierung des Tempolimits auf dem Remberg von 50 auf durchgehend 30 km/h ein. „Der Remberg wird oft als Rennstrecke benutzt“, sagte er schon in der April-Sitzung der Bezirksvertretung Hörde. Zuvor hatte er sich schon schriftlich an die Verwaltung der Stadt und an Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris (SPD) gewandt.

Viel Verkehr und keine Ampeln: Anwohner kämpft für Tempo 30 am Remberg

Auf der anderen Straßenseite führt eine Treppe hoch zum Steinkühlerweg. Für die Überquerung des Rembergs gibt es an dieser Stelle aber keine Hilfe. © Michael Nickel

Es ging ihm in seinem Antrag aber nicht um die Lautstärke von rasenden Autos. Die Straße sei so schmal, dass zwei entgegenkommende Lkw sich nicht problemlos begegnen könnten und Fahrradfahrer aufgrund der Situation auf den Bürgersteig ausweichen. Eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h passe hier nicht. Er will den Remberg sicherer machen für Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderung.

Günther Beyer ist seit einigen Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Wenn er die Straße überqueren will, gibt es für ihn auf einer Strecke von 800 Metern keine Möglichkeit, das auf sicherem Wege zu schaffen.

Viel Verkehr und keine Ampeln: Anwohner kämpft für Tempo 30 am Remberg

Vor der Weingartenschule beginnt ein Abschnitt, auf dem Tempo 30 gilt. © Michael Nickel

„Die nächstgelegene sichere Überquerung ist nur an der Fußgängerampel vor der Weingartenschule möglich“, so Beyer. Bis dahin ist es ein ordentliches Stück. Ein paar Meter davor, an der Kreuzung zu den Emscherauen, ist zwar eine Überquerungshilfe, doch das genügt Günther Beyer nicht. „Das ist alles nicht zu Ende gedacht“, sagt er. „Man kann doch nicht überall Zuwegungen zum Phoenix-See herstellen und dann keine Möglichkeit haben, die Straße sicher zu überqueren.“

Viel Verkehr und keine Ampeln: Anwohner kämpft für Tempo 30 am Remberg

Die einzige Fußgängerampel auf einer Strecke von 800 Metern ist auf Höhe der Weingartenschule. © Michael Nickel

Er macht drei Punkte aus, an denen er Überquerungshilfen fordert. Zusätzlich zu einem Tempolimit von 30 km/h: An der Kreuzung zur Straße Seeblick sowie auf Höhe der Treppe, die hoch zum Steinkühlerweg führt, und an der Kreuzung zur Freie-Vogel-Straße. Hier gibt es zwar eine Ampel, doch um erst einmal dahin zu kommen, muss man eine Abbiegerspur für Autofahrer überqueren.

Und für die gibt es weder Ampel noch Zebrastreifen. „Das ist besonders gefährlich, weil Autofahrer, die von unten kommen, noch einmal Gas geben“, sagt Günther Beyer. Zudem seien hier besonders viele Kinder vom Steinkühlerweg zum Abenteuerspielplatz auf der anderen Straßenseite unterwegs. „Unsere Intention ist einfach, dass wir es hier sicherer machen wollen“, sagt auch seine Frau Margarete Daub-Beyer.

Viel Verkehr und keine Ampeln: Anwohner kämpft für Tempo 30 am Remberg

An der Kreuzung zu den Emscherauen ist diese Überquerungshilfe. Auf der anderen Seite geht es direkt zum Phoenix-See. © Michael Nickel

Die Bezirksvertretung hat Günther Beyer im April einen Ortstermin zugesagt. Vielleicht kann dadurch die Überquerungssituation verbessert werden. Für eine Reduzierung des Tempolimits jedenfalls hat er am Tag nach der Sitzung der Bezirksvertretung eine schriftliche Absage von der Verwaltung erhalten. Einen Monat zuvor hatte Beyer das Tiefbauamt angeschrieben.

Im Kern seien vier Gründe dafür verantwortlich, dass eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit nicht möglich ist.

Erstens: Der Remberg ist Teil des städtischen Vorbehaltsnetzes. Die hohe Verbindungsfunktion der Straße sei auch nach dem Umbau gegeben. „Dass der Remberg aufgenommen wurde, war damals in Ordnung, aber heute nicht mehr“, sagt Günther Beyer.

Zweitens: Aufgrund der Nutzungen entlang der Straße sei nicht mit einem außergewöhnlich hohen Fußgängeraufkommen abseits der schon vorhandenen Querungsmöglichkeiten zu rechnen.

Drittens: Zwar könne eine Geschwindigkeitsreduzierung bei besonders gefährlichen Stellen erwirkt werden, eine solche läge am Remberg laut Polizei aber nicht vor.

Viertens: Vor Kindergärten oder Krankenhäusern könne Tempo 30 angeordnet werden - so wie es ab Höhe zum Hinteren Remberg der Fall ist. Ansonsten sei der rechtliche Rahmen eng gesteckt.

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