Wenn in den Ferien kein Unterricht ist, werden die Schulen saniert. Wir verraten, wo und woran gearbeitet wird und welche Schwierigkeiten die Baustellen mit sich bringen.

Dortmund

, 18.07.2018, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sommerferien. Endlich Ruhe an den Schulen. Doch das gilt längst nicht überall. Denn die städtische Immobilienwirtschaft nutzt die Ferienzeit traditionell zu Reparaturarbeiten in Schulen und Kindertagesstätten. Wenn die Kinder raus sind, rücken die Handwerker an.

61 Gebäude, verteilt auf das ganze Stadtgebiet, hat Reiner Limberg als Chef der städtischen Immobilienwirtschaft auf der Liste der Sommerbaustellen. Ausgegeben werden dafür fast 2 Millionen Euro. Die verteilen sich aber sehr unterschiedlich. Oft geht es um kleinere Reparaturarbeiten. So bekommt die Oberberg-Grundschule in Mengede für 750 Euro neue Bürofenster, an der Steinhammer-Grundschule in Marten wird nach dem Einbau neuer Heizkörper für 1000 Euro ein Klassenraum neu gestrichen.

Brand- und Wasserschäden werden beseitigt

Manche Maßnahmen dauern nur ein oder zwei Wochen, andere die ganze Ferienzeit – wie in der Bach-Grundschule in Wickede, wo Estrich und Bodenbelag erneuert werden und das Konrektor-Büro umgebaut wird. Oft werden die Ferien genutzt, Schäden, die in den vergangenen Monaten entstanden sind, zu beseitigen – wie an der Reichshof-Grundschule in Brackel nach einem Brand am 17. Mai. Kostenpunkt: rund 50.000 Euro. In der Turnhalle der Bach-Grundschule und in der Sporthalle Renninghausen geht es um die Beseitigung von Wasserschäden.

Einige größere Arbeiten gehen aber auch über die Ferienzeit hinaus. Bis Anfang September ist die „Erneuerung der Gebäudeautomation“, also der Steuerungs- und Regeltechnik, sowie der Heizungstechnik in der Gesamtschule Gartenstadt für 170.000 Euro terminiert. In der Gesamtschule Scharnhorst dauern die gleichen Arbeiten – hier taxiert mit Kosten von 752.000 Euro – sogar bis zu den Herbstferien Mitte Oktober. Das gleiche Programm soll im Heinrich-Heine-Gymnasium in Nette 418.000 Euro kosten und bis Ende August abgeschlossen sein.

Investitionsprogramm läuft weiter

Zu den Instandsetzungsarbeiten, die in den Sommerferien stattfinden, kommen die laufenden Maßnahmen aus dem Investitionsprogramm für Schulen und Kitas, die meist aus Konjunktur-Paket-Mitteln des Bundes oder dem Programm Gute Schule 2020 des Landes finanziert werden.

Viele Dortmunder Schulen werden in den Sommerferien zur Baustelle

Der Bau der Neubau für die Reinoldi-Sekundarschule in Westerfilde ist aktuell die größte Schulinvestition. Vorab wird bereits die Turnhalle energetisch saniert. © Dieter Menne

Schwerpunkt beim Konjunkturprogramm ist die energetische Sanierung, die zurzeit unter anderem an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Huckarde, an der Johann-Gutenberg-Realschule in Wellinghofen und im Schulzentrum Hörde läuft. Größte Baustelle ist der Neubau für die Reinoldi-Sekundarschule in Westerfilde, für die die Rohbauarbeiten laufen. 11,4 Millionen Euro werden hier bis zum Herbst 2020 investiert.

Engpässe bei Handwerksbetrieben

Teuer und langwierig ist auch die energetische Sanierung der Max-Wittmann-Förderschule in Eving. Die aktuellen Berechnungen gehen von Kosten von 8 Millionen Euro aus, 7,2 Millionen Euro davon fließen aus Fördermitteln des Konjunkturprogramms. Dafür werden die gesamte Gebäudetechnik, die Lüftungsanlage und die Gebäudehülle des Schulkomplexes von der Fassade bis zum Dach saniert. Schon jetzt ist absehbar, dass sich der Abschluss der Arbeiten voraussichtlich bis März oder April 2019 verzögern. Denn nicht alle Arbeiten laufen wie geplant.

Es ist zurzeit generell schwierig, Handwerksbetriebe zu finden, erklärt Limberg. Nicht zuletzt die laufenden Förderprogramme sorgen für Hochbetrieb. „Die Auftragslage ist gewaltig“, sagt Limberg. Allein die städtische Immobilienwirtschaft arbeitet aktuell an 324 Projekten für zusammen 450 Millionen Euro. Um sie umsetzen zu können, gibt es immer wieder Verschiebungen zwischen den laufenden drei Förderprogrammen. „Unser Ziel ist, die Fördermittel ganz auszuschöpfen“, erklärt Reiner Limberg.

Aus dem Kommunalinvestitions-Förderprogramm I des Bundes stehen für Dortmund über mehrere Jahre 75 Millionen Euro zur Verfügung, aus dem Programm II noch einmal 63 Millionen Euro. Dazu kommt das Programm „Gute Schule 2020“ des Landes mit fast 94 Millionen Euro für Dortmund. Eingroßer Teil soll hier allerdings in die Digitalisierung und Technikausstattung der Schulen fließen.
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