Viele Dortmunder sind der Meinung: Es gibt zu wenige Spielplätze

rnOnline-Umfrage

Gibt es in Dortmund genügend Spielplätze für Kinder und Jugendliche? Eine Online-Umfrage dieser Redaktion zeigt: Vielen Dortmunder Familien fehlt etwas in ihrer Stadt.

Dortmund

, 15.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer nicht-repräsentativen Online-Umfrage haben rund 2700 Dortmunder darüber abgestimmt, wie zufrieden sie mit der Arbeit der Stadtverwaltung sind. Eine Frage dabei: Ist die Zahl der Spielplätze in Dortmund ausreichend?

Das Ergebnis: Rund 49 Prozent der Abstimmenden finden dass es „eher zu wenig“ (38,14 Prozent) oder „zu wenig“ (10,99 Prozent) Spielplätze in der Stadt gibt.

Nur jeder Vierte findet die Zahl der Spielplätze „gerade richtig“

Für „gerade richtig“ halten 26,40 Prozent der Umfrage-Teilnehmer die Zahl der Flächen, auf denen Kinder sich austoben können. „Zu viel“ oder „eher zu viel“ sagten nur unter 3 Prozent. 21,20 Prozent wählten die Antwortoption „kann/will ich nicht beurteilen“.

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Ob die Dortmunder mit der Qualität der Spielplätze zufrieden sind und welche Verbesserungen sie sich gegebenenfalls wünschen, wurde nicht abgefragt.

In Dortmund gibt es aktuell 342 Spielplätze

Auf Dortmunder Stadtgebiet gibt es aktuell nach Angaben der Stadt Dortmund 342 Spielplätze. Daniel Binder vom Jugendamt der Stadt Dortmund erklärt im Gespräch mit dieser Redaktion, dass Dortmund damit „gut ausgerüstet“ sei. Zugleich sei ihm bewusst, dass es immer wieder Orte gebe, wo der Wunsch nach mehr oder besser ausgestatteter Spielfläche aufkommt.

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Daniel Binder sagt: „Ein Spielplatz ist immer ein heiß diskutiertes Thema, in jede Richtung. Das Problem ist, dass die Familien oft nicht über die nächsten zwei Straßenzüge hinaus wissen, dass da überhaupt ein Spielplatz ist. Und das muss auch nicht immer der schönste Spielplatz sein. Wir haben Quartiere, wo wir gesagt haben, da findet gerade ein Generationswechsel statt. Da muss man mit der Neugestaltung warten, weil da gerade nicht viele Kinder sind.“

Je dichter die Bebauung, desto mehr Spielfläche steht den Bewohnern zu

Zugleich seien in den vergangenen Jahren an mehreren Orten in Dortmund neue und moderne Spielplätze entstanden, teils nach den Wünschen der Kinder, die dort leben.

Für die Erreichbarkeit von Kinderspielplätzen gibt es gesetzliche Vorgaben. Unterschieden wird in drei Kategorien. C beschreibt Plätze für Kleinkinder, diese dürfen von Wohnungen ungefähr 100 bis 150 Meter entfernt sein. Kategorie B ist vorwiegend für Schulkinder vorgesehen, hier ist ein 500-Meter-Radius zugrunde gelegt. Bei der A-Kategorie, in die auch junge Erwachsene eingeschlossen sind, gilt eine zulässige Entfernung von rund 1000 Metern.

Je dichter die Bebauung ist, desto höher ist der Spielflächenbedarf. In der Innenstadt Nord oder West liegt dieser bei 4,5 Quadratmetern pro Einwohner, in ländlicheren Gegenden wie Sölderholz geht der Wert in Richtung 1,5 Quadratmeter.

Jugendamt wirbt um Verständnis für Jugendliche auf Spielplätzen

Besonders Aufenthaltsorte für junge Erwachsene sind in den Dortmunder Stadtteilen immer wieder ein Diskussionsthema.

Daniel Binder vom Jugendamt wirbt um Verständnis für die Interessen von Jugendlichen: „Auch sie haben ein Anrecht, sich im öffentlichen Raum aufhalten zu dürfen. Gerade ältere Menschen reagieren auf Jugendliche im öffentlichen Raum sehr zurückhaltend. Wir wollen nicht, dass sich die Jugendlichen im Angstraum treffen, im Parkhaus oder an der Bushaltestelle.“

Zu Beginn der Corona-Krise waren die öffentlichen Spielplätze in Dortmund rund zwei Monate lang geschlossen. Seit Anfang Mai ist das Spielen dort wieder erlaubt.

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