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2012 eröffnet und schon zu klein: Feuerwehr-Hauptwache genügt den Anforderungen nicht mehr

rnFeuerwehr und Rettungsdienst

Zusätzliches Personal, zusätzliche Arbeit und mehr Einsätze: Der Hauptwache von Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt ist noch gar nicht alt, und schon jetzt zu klein. So geht‘s nun weiter.

Dortmund

, 11.06.2019 / Lesedauer: 3 min

2012 eröffnet und bezogen, ist der damalige Neubau der Feuer- und Rettungswache an der Steinstraße schon wieder zu klein geworden. Der Grund: Das Flächen- und Raumkonzept, das dem Bau der Hauptwache zugrunde lag, stammte bereits damals aus 2003.

Aus heutiger Sicht sind die Daten und Zahlen erst recht nicht mehr zu gebrauchen: Die Bedarfspläne, die von der Stadt für ihre Feuerwehr und ihren Rettungsdienst aufgestellt werden, sind längst überarbeitet und neu geschrieben. „Die Rahmenbedingungen haben sich deutlich verändert“, sagt Feuerwehrsprecher André Lüddecke.

Die Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 56 auf 48 Stunden, per Gesetz verordnet, hat rund 60 neu eingestellte Einsatzkräfte nach sich gezogen. Auch die Verwaltung, unter anderem zuständig für die Abrechnungen mit Krankenkassen und fürs Beschaffungswesen, ist spürbar aufgestockt worden. Der Rettungsdienst hat einen dritten Einsatzwagen in Betrieb genommen, über einen vierten wird derzeit diskutiert.

Neue Anforderungen an Hygienestandards

Hinzu kommen neue Anforderungen an Hygienestandards, die zu baulichen Änderungen in der Hauptwache führen. Schmutz- und Reinbereiche müssen künftig strikt getrennt werden – was den Bau einer Schleuse notwendig macht. Die Signale von Feuerwehr und Rettungsdienst sind eindeutig: „Wir brauchen mehr Platz.“ Für die Fahrzeuge des Rettungsdienstes, für Sozialräume und für die Verwaltung.

2012 eröffnet und schon zu klein: Feuerwehr-Hauptwache genügt den Anforderungen nicht mehr

Feuerwehr-Sprecher André Lüddecke: "Die Anforderungen steigen, die Aufgaben werden mehr." © Gregor Beushausen

Sie sollen nach den Wünschen der Feuerwehr in einem Erweiterungsbau auf dem Nachbargrundstück zwischen der Hauptwache und der Rückfront der Linienstraße geschaffen werden. Die knapp 530 Quadratmeter große Fläche wird derzeit von Mitarbeitern als Parkplatz genutzt. Die Stadt will das in Privatbesitz liegende Areal kaufen und hat mit den Eigentümern auch schon verhandelt.

Wie viel Geschosse der Neubau hat, welche Einheiten am Ende des Tages tatsächlich untergebracht werden – all das soll nun in einer Machbarkeitsstudie ausgelotet werden. Im Ergebnis könnten mehrere Varianten zu unterschiedlichen Kosten auf dem Tisch liegen. Feuerwehr-Sprecher Lüddecke hofft, „dass die Machbarkeitsstudie Mitte 2020 abgeschlossen ist.“

Retter müssen immer öfter ausrücken

Für die Feuerwehr und vor allem für den Rettungsdienst steht fest: Die Einsätze und die damit verbundenen Aufgaben wie etwa Krankentransporte dürften künftig weiter steigen. Erst recht vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden und schwächelnden Gesellschaft. Bereits jetzt laufen in der Leitstelle täglich bis zu 2.000 Anrufe ein, die – ganz gleich, ob Notfall oder nicht – zunächst entgegengenommen werden müssen und Personal binden. Hinzu kommen im Schnitt 400 Einsätze pro Tag, bei denen Feuerwehr und Rettungsdienst tatsächlich ausrücken müssen.

Die Statistik verdeutlicht den Zuwachs: 2018 fuhren die Helfer insgesamt 151.988 Einsätze. 2014 waren es 128.526 Einsätze. Die Zahl der Einsätze ist von Jahr zu Jahr kontinuierlich gestiegen. Vornweg der Rettungsdienst: 2018 sind die Sanitäter (und Ärzte) in 139.594 Fällen unterwegs gewesen. 2014 waren es 118.505. Eine Entwicklung, die vor allem auf die Notfallrettung durchschlägt: Für 2014 vermerken die Statistiker 82.469 Notfälle. 2018 notierten sie bereits 97.823 Notfälle.

Auch die Feuerwehr hat mehr zu tun als früher: Ihre Einsatzzahlen sind seit 2014 von 10.021 auf zuletzt 12.394 gestiegen.

Die Stadtplaner jedenfalls scheint der Feuer- und Rettungsdienst in Sachen Erweiterungsbau schon mal auf seiner Seite zu haben. Mit einem Anbau, heißt es, könnten die „wenig ansehnlichen Gebäuderückseiten der Linienstraße verdeckt werden und so zur deutlichen Verschönerung des nördlichen Bahnhofsumfeldes beitragen“.

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