Anouar Chauech (26) aus Dortmund ist bei "The Voice" 2021 eines der hoffnungsvollsten Talente. Er startete mit einem Vierer-Buzzer und suchte sich das Team von Sarah Connor aus. © Claudius Pflug ProSiebenSAT.1
Fernsehshow

Vierer-Buzzer! Anouar Chauech bricht bei The Voice auf der Bühne zusammen

Es war ein Glücksmoment, der den Dortmunder Anouar Chauech zusammenbrechen ließ. Vor einem Millionenpublikum auf der Bühne von Th Voice of Germany. Jetzt hat der 26-Jährige gute Chancen auf mehr.

Anouar Chauech ist echten Fernseh-Junkies vielleicht noch in Erinnerung. Als der Dortmunder 17 Jahre alt war, da war er bei „Deutschland sucht den Superstar“ dabei. Das war 2012, als die Sendung, in der Jury mit Dieter Bohlen besetzt, noch ein echter TV-Magnet war. Er hat einen Zwillingsbruder, der ihm sehr ähnelt, und singt mit beeindruckender Stimme.

Jetzt ist der Dortmunder bei der neuen Staffel von „The Voice of Germany“ am Start. Am Sonntag (10.10.), bei der Ausstrahlung der zweiten Folge, stand er nun wieder auf der Bühne im Fernsehen. Und beeindruckte nicht nur die, die ihn fachlich bewerten, sondern auch viele Zuschauer.

Bei den „Blind Auditions“, also der ersten Runde der Sendung, sang er „Breathe Easy“, eine Ballade von Blue, und hatte ganz schnell die Sympathien der Stars: Nico Santos, Johannes Oerding, Mark Forster und Sarah Connor, die zu Anfang mit dem Rücken zur Bühne sitzen, drehten sich allesamt mit einem Druck auf den Buzzer um.

Das bedeutet: Sie wollen Anouar Chauech weiter in der Sendung und in ihrem „Team“ haben, das sie dann coachen und besser machen wollen. Die besten „Talents“ kommen dann eine Runde weiter.

Vierer-Buzzer für den Dortmunder

„Vierer-Buzzer“, also Auftritte, bei denen sich alle vier Coaches umdrehen, sind überaus selten. Und so brach Anouar Chauech, heute 26 Jahre alt, nach seinem knapp zweiminütigen Auftritt zusammen: Er sackte sichtlich bewegt auf die Knie und schlug die Hände vordem Gesicht zusammen, überwältigt von der Resonanz der Zuschauer in der Halle und dem Buzzer-Feedback der Gesangs-Profis aus dem Pop-Business.

Die stritten sich in ihrer unterhaltsamen Art und Weise darum, wer Anouar in sein Team bekommt – denn das entscheidet das Talent einzig und allein. Um ihn rumzukriegen, bot Sarah Connor ihm sogar ein Duett an. Der Dortmunder Lehramtsstudent (Deutsch, Philosophie) mit marokkanischen Wurzeln sagte zu und sang den als anspruchsvoll geltenden Boygroup-Song noch einmal – zusammen mit Sarah Connor.

„Eine geisteskranke Stimme“

Am Ende entschied sich Anouar Chauech auch für ihr Team, obwohl sie sich als letzte der drei Stars für ihn umgedreht hatte. Bei Johannes Oerding („Du hast hier gerade den Saal sowas von weggeblasen. Ich bin platt“) und Nico Santos („Eine geisteskranke Stimme“) reichte schon die erste Silbe seines stimmgewaltigen Auftritts mit einer großen stimmlichen Range. Sie buzzerten schon nach zwei Sekunden. Wenig später folge Mark Forster („Das war echt spektakulär gut“).

Interessant: 2012 erreichte er als 17-Jähriger bei DSDS aber nicht die nächste Runde, den Recall. Ein umrühmlicher Auftritt in der eher auf Krawall setzenden RTL-Show: Damals, nach dem Ausscheiden, pöbelte der Dortmunder auf dem Flur Dieter Bohlen hinterher: „Modern Talking. Voll der Schrott! Wieso habe ich eigentlich mitgemacht?“ Sein Zwillingsbruder sagte damals in Richtung des Pop-Titan: „Geh erst mal singen lernen, du kannst überhaupt nicht singen.“

„Habe meine Erfahrungen mit dem Sender gemacht“

Dieter Bohlen ist bei DSDS längst Geschichte. Jetzt hat Anouar Chauech eine neue Chance – und scheint sie auch ergreifen zu können. An die Vergangenheit will er dabei offenbar nicht mehr denken.

In einer Instagram-Fragerunde sagte er in dieser Woche: „Ich habe meine Erfahrungen mit dem Sender gemacht und bin einfach nur glücklich darüber, dass ich jetzt bei The Voice zeigen kann, was ich kann.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
Zur Autorenseite
Tobias Weckenbrock