Vierte Weinlese am Phoenix-See ist beendet

Kleines Weinanbaugebiet

Der Phoenix-See ist seit 2014 ein Weinanbaugebiet - und seit Kurzem auch Forschungsobjekt. Die vierte Lese am Hörder Weinberg ist gerade abgeschlossen. Das Ergebnis fiel dieses Jahr ziemlich mager aus.

HÖRDE

, 15.09.2017, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Regine Heimers (Hochschule Ludwigshafen) und Willi Garth (Vorsitzender Hörder Heimatverein) bei der Weinernte.

Regine Heimers (Hochschule Ludwigshafen) und Willi Garth (Vorsitzender Hörder Heimatverein) bei der Weinernte.

Anfang des Monats war Erntezeit am Weinberg. Mitarbeiter der Emschergenossenschaft waren am Hang im Einsatz und haben die Früchte von gut 98 Pflanzen geerntet. Angebaut ist hier die „Phönix“-Rebe – die nicht wegen des Namens ausgewählt wurde, sondern weil sie als robust und damit geeignet für das eigentlich wein-untypische hiesige Klima gilt. Dafür, dass der Wein hier überhaupt wächst, ist ein verändertes Mikroklima mit insgesamt höheren Temperaturen verantwortlich.

Die Lese wird nun von einem Bio-Winzer in der Südpfalz gepresst, gekeltert und auf Flaschen gezogen. Genussfertig ist der Wein (rund 100 Flaschen) im Sommer 2018. Die diesjährige Lese fiel wegen der ungünstigen Wetterverhältnisse recht bescheiden aus.

Schon 1342 wurde in Hörde Wein angebaut

Der Wein wird jedes Jahr für einen guten Zweck versteigert. Im Vorjahr brachte die Versteigerung 4000 Euro ein. Den Weinberg gäbe es nicht ohne den Hörder Heimatverein. Der Vereinsvorsitzende Willi Garth stieß bei seiner Geschichtsforschung in Urkunden von 1342 auf die Erwähnung von Weinbau in Hörde. Davon zeugen bis heute die Straßen Am Rebstock, Winzerweg und Weingartenstraße.

Am 4. Mai 2012 wurden die ersten Pflanzen in den ehemaligen Hüttenwerksboden gesetzt. Die ersten Trauben ernteten 2013 Kinder der benachbarten Weingartenschule am See zum Verzehr. Bei der ersten richtigen Lese 2014 waren die Aktiven der ersten Stunde dabei.

Forschungsprojekt zum Klimawandel

Der Hörder Weinberg ist an der Hochschule Ludwigshafen Teil eines Forschungsprojekts zum Klimawandel. Regine Heimers begleitet das Projekt mit dem Studiengang Weinbau und Oenologie. Der Weinanbau an der renaturierten Emscher symbolisiert laut Emschergenossenschaft nicht nur die neue Lebens- und Aufenthaltsqualität an dem umgestalteten Gewässer, sondern auch den unschönen Aspekt des Klimawandels“.

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