Der Bankberater als Privatsekretär: Er vereinbart Arzttermine und kündigt den Strom

rnWirtschaft in Dortmund

Niedrigzinsen machen erfinderisch. Ihren Kunden unterbreitet eine Volksbank nun ein ungewöhnliches Angebot: Sie können das Geldinstitut gegen eine Gebühr als Privatsekretär nutzen.

Mengede

, 13.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schriftwechsel mit Krankenkassen, Versicherungen und öffentlichen Einrichtungen. Kindergeld oder Rente beantragen. Termine bei Behörden und Ämtern vereinbaren: Viele Menschen empfinden diese Aufgaben als lästig, zeitfressend oder sind schlicht überfordert damit.

Das wissen auch die Verantwortlichen der Volksbank Dortmund-Nordwest mit Hauptsitz in Mengede. Sie sind angesichts der Niedrigzinsphase auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Deshalb bieten sie ab dem 1. April 2020 eine neue Dienstleistung an: den VR-Privatsekretär. Laut eigener Aussage ein bislang einmaliges Angebot in Dortmund.

Volksbank kümmert sich um private Korrespondenz ihrer Kunden

„Wir kümmern uns um die private Korrespondenz unserer Kunden, nicht aber um die dienstliche“, erklärt Oliver Nows, Bereichsleiter Privatkunden und digitale Entwicklung, auf Anfrage dieser Redaktion.

„Wir sehen die Post durch und schauen, ob der Kunde etwas erledigen muss. Wir helfen zum Beispiel beim Kündigen eines Stromvertrags oder bei der Vereinbarung eines Arzttermins.“ Einzig die Briefe unterschreiben müsse der Kunde noch selbst.

Der Bankberater als Privatsekretär: Er vereinbart Arzttermine und kündigt den Strom

Die Volksbank Dortmund-Nordwest mit ihrem Hauptsitz in Mengede bietet mit dem VR Privatsekretär ab dem 1. April 2020 eine neue Dienstleistung an. © Stephan Schuetze

Vorbild für die neue Dienstleistung ist die VR Bank Südpfalz, die neben dem Privatsekretär Schriftverkehr auch den Privatsekretär Residenz (Beratung und Kontaktvermittlung zu Pflege und Instandhaltung der eigenen Immobilien) und den Privatsekretär Technik (Rundum-Service für Smartphone, Tablet und Laptop) anbietet.

Privatsekretär kostet monatlich zwischen 7.90 und 9.90 Euro

Die Volksbank Dortmund Nordwest testet zunächst den Privatsekretär Korrespondenz. Mitglieder der Genossenschaftsbank zahlen dafür monatlich abhängig vom Giro-Modell zwischen 7.90 und 9.90 Euro. Nicht-Mitglieder kostet die Dienstleistung monatlich zwischen 12,90 und 14,90 Euro.

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Reaktionen auf das neue Angebot habe man noch nicht bekommen, so Oliver Nows. Die Motivation, es zu nutzen, könnte ganz unterschiedlich sein: „Die einen empfinden das vielleicht als bequem und freuen sich, zeitliche Ressourcen zu sparen, die anderen schaffen den Schriftverkehr möglicherweise nicht mehr alleine und wollen ihre Familien damit nicht belasten.“

Weil im Zuge der Digitalisierung immer mehr die klassischen Dienstleistungen eines Geldinstituts verschwänden, suche die Volksbank Dortmund-Nordwest nach neuen, interessanten Produktfeldern auch jenseits des Bankwesens, so Oliver Nows. „Beim VR Privatsekretär können wir trotzdem unser Know-how einbringen.“

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Zuletzt hatte die Genossenschaftsbank, die im Dortmunder Westen sechs Filialen für 26.500 Kunden betreibt, mit einer anderen kreativen Idee von sich Reden gemacht: mit interaktiven Videokabinen, die an drei Standorten den Schalterbetrieb ersetzen. Mit dem VR-Service-Interaktiv-System, kurz VR-SISy, können Kunden ihre Bankgeschäfte per Videochat erledigen.

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