Volksverhetzung und Nazisymbole: Gefängnisstrafe für Sascha Krolzig

rnAmtsgericht

Das Amtsgericht hat den Dortmunder Rechtsextremisten Sascha Krolzig am Freitag zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt. Anlass war ein Tumult im „Gänsemarkt“ vor zweieinhalb Jahren.

Dortmund

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Weil er den Hitlergruß gezeigt hat und einem Kneipengast ein Bierglas ins Gesicht schlagen wollte, soll der bekannte Dortmunder Rechtsextremist Sascha Krolzig für 14 Monate ins Gefängnis. Es war der 9. Dezember 2016: Sascha Krolzig hatte zusammen mit mehreren Begleitern jede Menge Alkohol getrunken. Zunächst hatte sich die Gruppe stundenlang auf dem Weihnachtsmarkt aufgehalten, um der „WDR4-Schlagerweihnacht“ zu lauschen, anschließend waren alle noch in die Kneipe „Gänsemarkt“ weitergezogen, um zu würfeln.

Streit beim Würfeln

Dabei kam es am späten Abend jedoch zum Streit mit anderen Gästen. Diese hatten zunächst sogar mitgewürfelt, dann aber registriert, welche politischen Ansichten die Gruppe um Krolzig vertrat. Erst gab ein Wort das andere, und schließlich griff Krolzig zu einem Bierglas und wollte es seinem Gegenüber ins Gesicht schlagen. Zwar konnte er davon in letzter Sekunde abgehalten werden. Daran, den Hitlergruß zu zeigen und seine Kontrahenten volksverhetzend zu beleidigen, hinderte ihn jedoch niemand. Erst die Polizei beendete das Treiben. Krolzig und ein Begleiter wurden in Gewahrsam genommen und mussten die Nacht in einer Zelle verbringen.

Nacht im Gewahrsam

Im Prozess räumte der Rechtsextreme die Vorwürfe ein, wenngleich er vorausschickte: „Ich habe überhaupt keine Erinnerung mehr.“ Da er damals über Stunden so viel Bier, Glühwein und Schnaps getrunken habe, müsse es zu einem richtigen Filmriss gekommen sein. „Es ist jedenfalls kein schönes Gefühl, in einer Zelle aufzuwachen und überhaupt nicht zu wissen, wie man da hingekommen ist“, sagte Krolzig zur Richterin.

Der Rechtsextreme stellte jedoch klar, dass er trotz fehlender Erinnerung keinen Zweifel daran hat, dass die Zeugen die Wahrheit gesagt haben. „Das wird schon alles so gewesen sein“, sagte er. Und: „Mein Verhalten war absolut peinlich und unangebracht. Ich distanziere mich davon und erkenne mich selbst darin nicht wieder.“ Mit ganz ähnlichen Worten hatte erst kürzlich mit Steven F. ein anderer Rechtsextremist am Amtsgericht eine von ihm angezettelte Schlägerei kommentiert. Diese hatte sich ebenfalls vor dem „Gänsemarkt“ ereignet.

„Verhalten war peinlich“

Sascha Krolzig wurde wegen Volksverhetzung, der Verwendung von Nazisymbolen und versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Strafe von 14 Monaten Haft konnte nach Ansicht der Richterin nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden, weil dafür einfach zu viele Vorstrafen vorliegen. „Alle früheren Verurteilungen haben anscheinend nichts bewirkt“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Gegen die Entscheidung hat der Rechtsextreme die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen. Bei einer Berufung käme es am Landgericht zu einem neuen Prozess.

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