Von Brieftauben auf die Reise geschickt

28.07.2009, 17:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Die Brieftauben der Eheleute Gratza hatten einen Reisegutschein erflogen. privat</p>

<p>Die Brieftauben der Eheleute Gratza hatten einen Reisegutschein erflogen. privat</p>

Lütgendortmund Lieselotte Gratza (73) erlebte ihren schönsten Sommer im Jahr 2003. Eigentlich reisen im Sommer nur die Brieftauben: ihre und die ihres Mannes, doch in diesem besagten Jahr hatten die fleißigen Vögel einen Reisegutschein für ihre Besitzer gewonnen: Eine Woche freies Wohnen in der Eigentumswohnung eines Brieftaubenliebhabers in Bad Lauterberg.

Lieselotte Gratza und ihr Mann nahmen ihre Enkelin Jasmin und ihre Yorkshirehündin Gianna mit. Auf der Fahrt wurde die Hündin unruhig, weil sie die Apfelstückchen vermisste, die sie um diese Zeit immer bekam. Ein Mitreisender holte eine Birne aus seiner Reisetasche und schnitt sie in zwei Hälften. Die eine bekam Jasmin, die andere Hälfte, in kleine Stückchen geschnitten, die Vierbeinerin Gianna. "Apfel oder Birne, egal, wa?", bemerkte er freundlich. Am Reiseziel angekommen zog die Reisegruppe in die vierzehnte Etage eines Hotels. Vom Wohnzimmerfenster aus bot sich ein Blick auf einen großen Berg, der mit Laubbäumen bewachsen war und in den schönsten Herbstfarben leuchtete.

Nebelschwaden

Auf diesem Berg sollte sich die Christinen-Quelle befinden und diese wollten die Gratzas aufsuchen. Als die Gruppe zur Wanderung aufbrach, hatten sich dichte Nebelschwaden auf den Berg gelegt. Deshalb nahm Lieselotte Gratza ihre kleine Hündin unter die Jacke. Jasmin fühlte sich bei ihrem Opa sicher. Plötzlich veränderten sich die Nebelschwaden und nahmen menschliche Gestalt an. Doch schon nach ein paar Sekunden war der "Spuk" wieder vorbei.

Dann sahen die Wanderer das Schild "Christinen Quelle" und konnten nicht glauben was sie sahen: "Aus einem fingerdicken Rohr tröpfelte das Wasser wie kleine verirrte Regentropfen." Das sollte die Quelle sein. "Tief enttäuscht machten wir uns auf den Heimweg." Müde, kalt und tropfnass kam die Gruppe ins Tal zurück. "Von weitem begrüßte uns ein großer Ahornbaum - glutrot", erinnert sich Anneliese Gratza. "Lauter eingefangene Sonnenstrahlen".

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