Anwohner retten Wiese vor Bebauung – Vonovia baut anderswo

rnProjekt „Vogelwiese“

Schon lange nutzen Anwohner einer Dortmunder Siedlung eine Wiese für ihre Feste. Jetzt haben sie diese langfristig vor einer Bebauung bewahrt – und große Pläne für ihre „Vogelwiese“.

Oestrich

, 11.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwas über 2600 Quadratmeter ist die Wiese groß. Eigentümerin ist die Vonovia. Mit ihrer Erlaubnis nutzen Anwohner der umliegenden Siedlung die Wiese seit Jahren für Feste und Veranstaltungen.

„Als wir gehört haben, dass zwei andere freie Grundstücke in der Siedlung bebaut werden sollen, wollten wir wenigstens ‚unsere‘ Wiese freihalten“, sagt Silke Wunsch als stellvertretende Vorsitzende der Bewohnergemeinschaft. Schon vor zwei Jahren wurden deshalb Gespräche mit Vonovia aufgenommen.

Jetzt ist klar: Die Wiese nördlich der Straße „Schwalbenbrink“, westlich der Straße „Erlenkamp“ gehört für die nächsten 20 Jahre den Anwohnern der Vogelsiedlung in Oestrich.

Anwohner planen eine Streuobstwiese

Dank eines Gestattungsvertrages dürfen die Anwohner die Wiese in der Zeit kostenlos nutzen, sind aber für die Pflege verantwortlich und haften, wenn etwas auf dem Gelände passiert.

Gebaut werden darf hier in den nächsten 20 Jahren nichts. Dafür planen die Anwohner eine Streuobstwiese. „Das ist das erste, was wir definitiv auf einem kleinen Teil der Wiese umsetzen werden“, verrät Silke Wunsch.

Im vergangenen Jahr fand zum Beispiel ein Flohmarkt auf der Wiese in der Vogelsiedlung statt.

Im vergangenen Jahr fand zum Beispiel ein Flohmarkt auf der Wiese in der Vogelsiedlung statt. © (A) Privat

Zudem soll die Wiese weiterhin für Feste und Veranstaltungen wie Flohmärkte genutzt werden. Auch ein Gemeinschaftsgarten und ein Spielbereich für die Kinder sei denkbar. „Wir richten uns danach, was sich die Menschen in unserer Bewohnergemeinschaft wünschen“, sagt Silke Wunsch.

Mit dem Projekt „Vogelwiese“ haben sich die Anwohner um eine Förderung im Rahmen des Stadtentwicklungsprojektes „nordwärts“ beworben. „Wir warten jetzt auf eine Rückmeldung“, erzählt Silke Wunsch.

Hier wird in der Vogelsiedlung gebaut

Die „Vogelwiese“ soll ein Begegnungsort für die Nachbarschaft werden. Und die wächst: Auf dem Grundstück zwischen Habicht- und Sperberstraße baut die bfs Ruhr GmbH drei Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus.

Und auch das Vonovia-Grundstück südlich der Straße „Schwalbenbrink“, westlich der Straße „Erlenkamp“ macht nach Jahren des Stillstandes Fortschritte. „Wir stehen kurz vor dem Abschluss des Planverfahrens“, sagt Vonovia-Pressesprecherin Bettina Benner.

20 bis 25 Häuser sollen dort entstehen, womöglich sogar eine Kita und eine E-Tankstelle. Ist der Bebauungsplan endgültig abgeschlossen, kann auch die Vonovia weitere Schritte einleiten.

Im Jahr 2000 verhinderten Anwohner die Neubaupläne an der Stelle. 2017 beschloss die Bezirksvertretung Mengede schließlich unter Bürgerbeteiligung die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Grundstück Mg 165. Danach steckte Mg 165 jedoch lange im Planverfahren fest.

Erst jetzt, gut drei Jahre später, kommt die Vonovia der Umsetzung ihrer Pläne ein großes Stück näher.

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