Vorbild „Stillleben A40“: Großes Fest macht Dortmunder Wall zur Einbahnstraße

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Verkehrsplaner Andreas Meißner lädt mit seinem Team zum "Festiwall" auf Ost-und Schwanenwall ein. © Oliver Volmerich
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Der Wall als Einbahnstraße war eine Experten-Idee für die Umgestaltung des Dortmunder Wallrings. Chancen auf eine Realisierung hat der Vorschlag wegen zahlreicher Nebenwirkungen wohl nicht. Aber zumindest an einem Tag wird er zeitweise Realität.

Denn am Sonntag, 12. Juni wird ein großer Teil des Wallrings tatsächlich für acht Stunden für den Autoverkehr zur Einbahnstraße. Ein anderer Teil wird sogar ganz gesperrt und zur Festmeile.

„Festiwall“ ist der passende Titel der Veranstaltung. Sie bildet den Abschluss des EU-Förderprojekts „Emissionsfreie Innenstadt“ und der Kampagne „Umsteigern“, mit der die Stadt Dortmund die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsarten vom zu Fuß gehen bis zum Radfahren vorantreiben will. Die Verkehrswende soll ein Beitrag zur Klimawende sein.

Das „Festiwall“ knüpft an das „Stillleben“-Fest im Kulturhauptstadt-Jahr 2010, als die A40 quer durchs Ruhrgebiet zur Festmeile wurde. Nachfolgeveranstaltungen gab es unter anderem im Kreuzviertel und am Borsigplatz. Wie damals soll an langen Bierbänken ein Fest der Alltagskultur gefeiert werden.

Die Innenseite von Schwanen- und Ostwall wird so zur „Tischspur“. 600 Tische werden hier aufgebaut, kündigt Andreas Meißner, städtischer Verkehrsplaner und Projektleiter für die „Emissionsfreie Innenstadt“ an. Vereine, Familien, Freundeskreise oder Initiativen können sich für einen Tisch bewerben, der kostenlos gegen ein Pfand von 25 Euro vergeben wird. Buchungen sind möglich unter www.umsteigern.de/festiwall.

Tische werden zu Bühnen

Der Tisch soll zur Bühne werden: Es kann Musik gemacht, gebastelt oder einfach nur erzählt werden. An der langen Tafel solle die Vielfalt der Stadt lebendig werden, wünscht sich Umweltdezernent Ludger Wilde. 275 der 600 Tische sind bereits belegt, berichtet Meißner.

Planungsdezernent Ludger Wilde (2.v.r.) stellte gemeinsam mit den Organisatoren des Festes das „Festiwall“-Programm und die Verkehrsregelungen vor. © Oliver Volmerich

Auf der Bühne werden die 16 Projekte der „Emissionsfreien Innenstadt“ – vom Radwall über das Mikrodepot für Lieferdienste bis zum Ausbau des P+R-Systems – vorgestellt. Und es finden Diskussionsrunden etwa zu Mobilitätskonzepten für die City oder den Umbau des Wallrings statt. Schließlich ehrt Oberbürgermeister Thomas Westphal, der das „Festiwall“ um 11 Uhr eröffnet, die erfolgreichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Stadtradeln-Aktion.

Freie Fahrt mit DSW21

Radeln kann man auch zum „Festiwall“. Während der innere Wallring zur Tischspur wird, kann auf dem Außenring alles fahren, was keinen Motor hat – vom Fahrrad über E-Bike bis zu Rollern. Und das in beide Richtungen.

Man kann den Wall auf zwei Rädern sogar ganz umrunden. Denn zwischen Kuckelketor mit der Kreuzung zur Bornstraße und dem Neutor mit der Kreuzung zur Ruhrallee wird der restliche Teil des Walls an dem Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr für den Autoverkehr gegen den Uhrzeigersinn zur Einbahnstraße. Der Innenring bleibt dann dem Rad- und Rollerverkehr vorbehalten. Die Übergänge an den Kreuzungen werden von Sicherheitspersonal geregelt.

Auch die Zufahrten in die City bleiben gewährleistet, betonen Vanessa Zielsdorf und Daniel Hassel vom Ordnungsamt der Stadt. Viele freiwillige Helfer sind im Einsatz. Die Sperrung von Ost- und Schwanenwall beginnt am 11. Juni (Samstag) um 22 Uhr und endet am 13. Juni (Montag) um 6 Uhr.

Die Verkehrsregelung zum „Festiwall“-Tag mit Teilsperrung und Einbahnstraßen-Regelung auf dem Wall stellen Vanessa Zielsdorf und Daniel Hassel vom Ordnungsamt vor. © Oliver Volmerich

Aber auch ohne Fahrrad oder Roller soll es eine bequeme Anreise geben. DSW21 gewährt im ganzen Stadtgebiet am 12. Juni Tag freie Fahrt mit Bus und Bahn, verkündet Ludger Wilde.