Vorgehen gegen Falschparker: So soll Dortmunds kleinster Wochenmarkt gerettet werden

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Falschparker haben den Markthändlern auf Dortmunds kleinstem Wochenmarkt Kopfzerbrechen bereitet: Die Händler konnten ihre Wagen nicht mehr aufbauen. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Kaiserstraßenviertel

, 29.11.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Beschilderung in einer Straße und das rücksichtslose Parkverhalten vieler Autofahrer haben in den vergangenen Wochen für große Aufregung und auch Sorgen unter Markthändlern gesorgt. Denn: Autos behindern samstags die Markthändler, die ihre Wagen nicht abstellen können.

Der Markt, von dem die Rede ist, existiert bereits seit Beginn der Sechziger Jahre und besteht mittlerweile nur noch aus sechs Ständen. Es ist der kleinste der Dortmunder Wochenmärkte: der Davidismarkt.

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Der gemütliche kleine Markt wird durch das Angebot der nahen Bäckerei und der Weinhandlung ergänzt. „Heute geht es auf Wochenmärkten ja mehr um das Erlebnis als darum, sich mit dem täglichen Lebensmittelbedarf einzudecken“, sagt Bezirksbürgermeister Udo Dammer (SPD).

Vorgehen gegen Falschparker: So soll Dortmunds kleinster Wochenmarkt gerettet werden

Bezirksbürgermeister Udo Dammer (SPD) © Schaper (Archiv)

Auch Dammer hatte von dem Problem der Markthändler gehört: Die Schilder mit dem eingeschränkten Halteverbot halfen einfach nicht mehr. „Jahrelang wussten die Leute, dass dort samstags der Markt stattfand. Doch plötzlich begannen alle, dort zu parken. Und wer dort steht, darf mit der aktuellen Beschilderung nicht abgeschleppt werden“, so versteht Udo Dammer das Problem.

Marktbeschicker bekamen die Auskunft: „Das wird dauern“

Das Dilemma hatte unter anderem Blumenhändler Ralf Gronemann auf die Palme gebracht, der seinen Wagen mehrere hundert Meter weiter abstellen musste. „Hier haben mich die Kunden gar nicht gefunden. Ich hatte erhebliche Einbußen.“

Was die Marktbeschicker noch wütender machte, war die Aussage der Stadt Dortmund, als sie dort anriefen: Eine neue Beschilderung müsse erst mehrere Gremien durchlaufen. Und das könne dauern. „Bis dahin sind wir alle pleite“, hatte Gronemann gesagt.

Die Lösung: Neue Schilder müssen her

Jetzt hat es offensichtlich doch schneller mit der Suche nach einer Lösung geklappt: Am Mittwoch, 27. November, trafen sich Bezirksvertretung und Vertreter des Tiefbauamtes an der Davidisstraße. Der Kern des Problems: Die Schilder gelten offenbar nur für die Straße.

„Die derzeitige Beschilderung bezieht sich nur auf die Straßenflächen. In Rede stehen hier die parkenden Fahrzeuge auf dem Gehweg, die den Marktaufbau durch die Händler behindern“, teilt Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage unserer Redaktion mit. Abschleppmaßnahmen seien „aufgrund der aktuellen Beschilderung nicht möglich“.

Vorgehen gegen Falschparker: So soll Dortmunds kleinster Wochenmarkt gerettet werden

Hier gilt eingeschränktes Halteverbot an Samstagen. Doch niemand hält sich daran. © Martina Niehaus

Das Tiefbauamt werde jetzt die neue Beschilderung kurzfristig veranlassen - ein absolutes Halteverbot soll kommen. Das dauert einige Tage, wie Löchter erklärt: „Aus rechtlichen Gründen ist für das Inkrafttreten der neuen Beschilderung eine Vorlaufzeit von drei Tagen einzuhalten, so dass zum nächsten Markttag am 30. November noch keine Veränderung der rechtlichen Situation bewirkt werden kann.“ Frühestens sei mit einer neuen Beschilderung für den 7. Dezember, also den darauf folgenden Markttag, zu rechnen.

„Wochenmärkte sind wichtig“

Dass die Händler um ihre Existenz bangen, sei verständlich. „Es besteht von Seiten der Verwaltung Einigkeit darüber, den Fortbestand des Davidismarktes zu sichern“, so Maximilian Löchter. Das bestätigt auch der Bezirksbürgermeister. „Der Davidismarkt soll genauso erhalten werden wie unsere anderen Wochenmärkte.“

Dafür sei es auch nötig, die teilweise überholte Marktordnung von 1985 einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. „Die Wochenmärkte sind wichtig, und man muss immer neu darüber nachdenken, wie man sie erhalten kann“, sagt Dammer.

Die Händler haben immerhin jetzt die Zusicherung der Stadtverwaltung, dass ihr Problem mit den Falschparkern nicht von Dauer ist. Dazu der Pressesprecher: „Der Straßenbereich des Marktes ist nun so zu beschildern bzw. zu sichern, dass der Aufbau und der Betrieb ungestört erfolgen kann.“

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