Vorsicht ist Pflicht: Gericht urteilt nach Supermarkt-Crash

Unfall in Körner Supermarkt

Einkaufen im Supermarkt - was kann da schon schiefgehen? Einiges, wie zwei Dortmunderinnen feststellen mussten. Sie waren in einem Körner Supermarkt zusammengestoßen, eine von ihnen stürzte und musste auf Grund ihrer Verletzung sogar operiert werden. Doch wer hat Schuld? Jetzt urteilte das Oberlandesgericht Hamm.

Dortmund/Hamm

22.08.2016, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zwei Frauen laufen durch einen Supermarkt, in einem der engen Gänge kommt es zum Zusammenstoß. Eine der Frauen stürzt so unglücklich, dass sie später operiert werden muss. Für die Verletzte ist klar: Schuld an ihrem Sturz trägt die andere Einkäuferin. Das Oberlandesgericht Hamm sieht das jedoch anders, wie es am Montag in seinem Urteil bekannt gab.

Komplizierte Armverletzung

Denn in den engen Gängen eines Supermarktes müssen Kunden besonders vorsichtig laufen. Die beiden Dortmunderinnen, die im April 2012 beim Einkaufen in Körne zusammengeprallt waren, tragen nach Ansicht der Richter also jeweils die Hälfte der Schuld.

Der Zusammenstoß der beiden Frauen geschah beim Abbiegen von einem Seiten- in den Hauptgang des Körner Supermarkts. Eine heute 63 Jahre alte Kundin stürzte und zog sich dabei eine so komplizierte Armverletzung zu, dass eine Operation unausweichlich war.

Ohne Vorwarnung rückwärts gelaufen

Schon gleich nach dem Sturz machte die Dortmunderin allerdings die andere Frau für die Verletzungen verantwortlich. Und in der Tat: Diese war ohne Vorwarnung einen Schritt rückwärts gelaufen – angeblich, um einer Supermarkt-Mitarbeiterin Platz zu machen.

Die Forderung der 63-Jährigen nach über 10.000 Euro Schmerzensgeld wollte das Oberlandesgericht Hamm allerdings nicht erfüllen. Die Richter erkannten zwar an, dass die rückwärts laufende Kundin eine Teilschuld an der Kollision trage. Allerdings habe auch die 63-Jährige selbst ihre Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie nicht auf die Bewegungen der in ihrer Nähe laufenden anderen Frau geachtet habe.

Das OLG sprach der 63-Jährigen daher nur 1.500 Euro Schmerzensgeld und weitere 500 Euro als Haushaltsführungsschaden zu.

 

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