Chinesische Schule in Dortmund sagt Kurse wegen Coronavirus ab

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Während in ihrer Heimat immer mehr Menschen am Coronavirus erkranken, spüren Chinesen auch in Dortmund die Krise. Viele Dortmunder begegnen selbst asiatischen Waren mit Skepsis.

Dortmund

, 04.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vorsicht ist durchaus angebracht, Panik aber auf gar keinen Fall. So ließe sich das Motto der Dortmunder, die einen engen Bezug zu China haben, derzeit wohl am trefflichsten beschreiben. Denn viele machen sich Gedanken über das Coronavirus.

Die chinesische Huade-Schule in Dortmund bietet seit 2007 chinesischen Sprachunterricht an und vermittelt einen Einblick in die Kultur des Reichs der Mitte. Eigentlich finden die Kurse jeden Samstag in der Europaschule Am Gottesacker statt. Doch momentan bleiben die dortigen Stühle unbesetzt.

Vier Wochen Unterrichtsausfall

„Am 25. Januar sowie am 1., 8. und 15. Februar fällt der Unterricht aus“, erläutert Ruifang Zhao, Vorsitzende des Huade-Vereins; dabei handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme wegen des Coronavirus‘. Denn manche Besucher der Schule seien zur Feier des Frühlingsfestes, das den Beginn des chinesischen Jahres der Ratte (25. Januar 2020 bis 11. Februar 2021) markiert, nach China geflogen.

Um eine mögliche Verbreitung zu verhindern, verzichte man laut Zhao vier Wochen lang auf den Unterricht: „Wir sind vorsichtig.“ Das betrifft übrigens auch das eigene Frühlingsfest in Dortmund: Ursprünglich hatte die Huade-Schule die Feier für den 8. Februar angesetzt, aufgrund des Coronavirus aber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

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Auch die Kunden des Asia-Supermarktes Tain Kim Heng an der Hohe Straße seien momentan vorsichtig, sagt Supermarkt-Mitarbeiter Cong Binh Tran. Einige Kunden trügen derzeit sogar einen Mundschutz: „Das sind aber meist ältere Menschen aus Asien. Asiaten sind ja grundsätzlich sehr vorsichtig.“

Auch über die Waren im Laden hätten sich schon Käufer erkundigt, fährt Tran fort. Eine Gefahr bestehe aber nicht, da es sich bei den asiatischen Erzeugnissen ja ausschließlich um verpackte, meist eingeschweißte oder in Dosen befindliche Lebensmittel handele.

Er selbst benutze regelmäßig Desinfektionsmittel, was aber nicht mit dem Virus zusammenhänge: „Ich habe viel Kontakt zu Menschen und arbeite mit Lebensmitteln. Da ist das selbstverständlich.“

Noch keine Reaktion an der Uni

Während die Unis in Bielefeld und Paderborn momentan alle Studenten, Mitarbeiter und Gäste für zwei Wochen vom Campus verbannen, die seit dem 1. Januar in China waren, gibt man sich an der Technischen Universität Dortmund entspannter. „Nein, bei uns gibt es solche Anweisungen nicht“, sagt Universitätssprecher Martin Rothenberg.

Ob die Summer-School „Chinesische Sprache“, die die TU im August für Studierende aller Fachrichtungen anbietet, tatsächlich stattfindet, vermag Rothenberg noch nicht zu sagen. „Am Mittwoch findet eine Rektoratssitzung statt, auf der das ein Thema sein wird. Aber wir haben ja noch Zeit, denn die Anmeldefrist läuft bis April.“

Kaum Nachfrage nach China-Reisen

Die Nachfrage nach China-Reisen sei zurzeit gering, was in dieser Jahreszeit aber durchaus normal sei, sagt Jasmyn Id vom Dortmunder l’tur-Reisebüro. Unlängst habe sie aber Kunden gehabt, die sich nach einer Alternative erkundigten, nachdem sie ihren China-Flug zuvor storniert hätten.

Auch Julia Wissmann vom Reisebüro „Explorer Fernreisen“ berichtet von einer eher geringen Nachfrage nach Flügen ins Reich der Mitte: „Momentan sind vor allem die USA, Australien und Südostasien gefragt.“

Eine China-Reisende kennt sie aber doch: sich selbst. Zu Ostern möchte Wissmann nach Peking reisen, die weitere Entwicklung in Sachen Coronavirus zunächst jedoch abwarten. „Aber Stand jetzt werde ich fliegen.“

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