Vorwurf: Vivawest-Mieterhöhungen sind schon wieder fehlerhaft

rnSpeckacker in Kirchderne

Bereits vor gut einem Jahr hatte sich Mieterin Michaela Förster über die fehlerhaften Mieteröhungen von Vivawest beschwert. Nun taucht dasselbe Problem erneut auf.

Kirchderne

, 31.07.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kirchdernerin Michaela Förster kritisiert fehlerhafte Mieterhöhungen in den Vivawest-Häusern am Speckacker. Einige Mieter der in den 60er-Jahren entstandenen Siedlung haben nach ihrer Auskunft Mieterhöhungen erhalten, in denen der fehlende „Obenboden“ nicht berücksichtigt sei. Der müsse aber mit einem Abschlag von 41 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche zu Buche schlagen.

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Die anderen Posten der Mieterhöhung dagegen - 34 bis 38 Cent pro Wohnung und Quadratmeter plus 10 Cent für die gesamte Gegend - seien in Ordnung.

Ärgerlich sei der Fehler vor dem Hintergrund, dass er dem Wohnungsunternehmen bereits im vorigen Jahr unterlaufen sei. Bei allen, die sich damals beschwert hatten, sei die Abrechnung nun in Ordnung, bei allen, die es nicht getan haben, tauche der Fehler erneut auf.

Die idyllisch gelegenen Vivawest-Häuser am Speckacker gehören zur Franz-Zimmer-Siedlung in Kirchderne

Die idyllisch gelegenen Vivawest-Häuser am Speckacker gehören zur Franz-Zimmer-Siedlung in Kirchderne. © Andreas Schröter

Das kritisiert auch Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund: „Es ist schon seltsam, dass das Unternehmen damals nicht auch für die Nachbarhäuser geschaut hat, ob alles in Ordnung ist.“

Doch Michaela Förster hat weitere Kritikpunkte:

  • Die Wege zwischen den Häusern seien in einem desolaten Zustand. Besonders für ältere Menschen - und davon gebe es viele in der Siedlung - und Rollator-Benutzer sei die Benutzung geradezu gefährlich.
  • In vielen Kellern fehle nach wie vor das Licht. Wenn sie in ihren Keller gehe, müsse sie immer eine Akku-Lampe mitnehmen.
  • Viele Balkone seien marode. Zwar seien ein paar besonders desolate Bretter ausgetauscht worden, aber das sei es dann auch gewesen.
  • Es gebe keinen richtigen Hausmeister mehr. Früher sei das anders gewesen. Da habe sich ein Mieter, der von der Vivawest damit beauftragt gewesen sei, um kleinere Reparaturen gekümmert. Die heutige Hausmeisterin kümmere sich zwar um das Ausleeren der Papierkörbe, nicht aber um solche Reparaturen.
  • Der Gartenbaufirma, deren Arbeit sich immerhin saftig in den Nebenkosten der Mieter niederschlage, falle nichts anderes ein, als die Rasenflächen allzu oft und über Gebühr kurz zu schneiden. Gerade in heißen Sommern mache jedoch eine Bewässerung des Rasens mehr Sinn. Sie selbst, so Michaela Förster weiter, würde sich auch über Wildblumenwiesen freuen.

Vivawest nimmt über Sprecherin Katrin Lamprecht zu den Vorwürfen Stellung. Sie sagt, das Unternehmen habe zum 1. Oktober 2020 einige Mietanpassungen nach § 558 BGB für die Häuser Speckacker 2-6 verschickt. Auch in der Vergangenheit habe es in diesem Bereich schon Mietanpassungen gegeben, wobei in einigen Fällen festgestellt worden sei, dass versehentlich ein Ausstattungsmerkmal, das nicht vorhanden gewesen sei, in die Mietanpassung mit einbezogen worden sei. Lamprecht: „Selbstverständlich haben wir diese Mietanpassung zurückgenommen und für künftige Anpassungen einen Abschlag im System berücksichtigt.“

Kontaktdaten

Michaela Förster, die sich weiterhin um den Aufbau eines regelmäßigen Mietertreffs oder eines Netzwerks bemüht, wohnt am Speckacker 4 und ist für alle Mieter, die Fragen haben, in der Regel täglich ab 16 Uhr in ihrer Wohnung zu erreichen. E-Mail: michaelafoerster1@gmx.de

Einzelfälle sollen geprüft werden

Das Unternehmen prüfe nun die Einzelfälle in den genannten Häusern. Sollten Korrekturen notwendig sein, werde Vivawest diese umgehend vornehmen.

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Und weiter: „Den von der Mieterin pauschal erhobenen Vorwurf eines Sanierungsstaus weisen wir entschieden zurück. Als Bestandshalter haben wir ein ureigenes Interesse daran, unsere Immobilien und Wohnumfelder in einem guten und intakten Zustand zu halten und bei Schäden möglichst schnell zu reagieren. Allein im Geschäftsjahr 2019 haben wir 125 Millionen Euro in die Modernisierung unseres Immobilienbestands investiert.“

Die notwendigen Reparaturen könne das Unternehmen allerdings auch nur dann vornehmen, wenn die Mieter etwaige Schäden melden.

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Vivawest beginne noch in diesem Jahr mit der umfassenden Modernisierung von 60 Wohneinheiten in der benachbarten Gruwellstraße und der Ubinckstraße. Die Planungen für die Modernisierung der Häuser im Bereich Speckacker, Im Karrenberg und Wanecker Weg laufen derzeit, so Katrin Lamprecht.

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