S-Bahnhof in Brackel ist in einem „nicht akzeptablen“ Zustand

rnVRR-Stationsbericht

Wer den S-Bahnhof in Brackel benutzen muss, bei dem dürfte sich an diesem Ort kaum ein Wohlfühlgefühl einstellen. Laut VRR gehört er zu den fünf schlimmsten Bahnhöfen in Dortmund.

Brackel

, 18.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) weist 5 von 44 Dortmunder Bahnhöfen als „nicht akzeptabel“ aus. Neben Körne West, Kurl, Mengede und Nette/Oestrich gehört dazu auch der S-Bahnhof in Brackel an der Westfälischen Straße.

Wir haben uns dort einmal umgesehen. Und in der Tat: Dieser Bahnhof macht keinen besonders einladenden Eindruck: Auf den Gleisen liegt haufenweise Dreck, es gibt lediglich düstere, bei Dunkelheit angst-einflößende Wege zum Bahnsteig, und es fehlt ein Park & Ride-Parkplatz in der Nähe. Aber was besonders auffällt, ist die schier unüberschaubare Anzahl von Graffiti. Brauchten Filmemacher eine besonders heruntergekommene Bahnhofskulisse für einen düsteren Krimi: hier wären sie richtig. Werbung für die Verkehrswende macht dieser Ort ganz sicher nicht.

Auch die Aufgänge zu den Gleisen sind mit Graffiti "verziert"

Auch die Aufgänge zu den Gleisen am S-Bahnhof Brackel sind mit Graffiti „verziert". © Andreas Schröter

Deutlicher Handlungsbedarf wird gesehen

„Wir sehen an den Stationen im Verbundgebiet nach wie vor deutlichen Handlungsbedarf“, sagt folgerichtig Ronald Lünser, Vorstandssprecher des VRR. Die Deutsche Bahn jedoch, der dieser Bahnhof gehört, macht ihm wenig Hoffnung: „In Brackel ist derzeit nichts geplant“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Besonderes Problem sei der Vandalismus in Form von Graffiti-Schmierereien an den NRW-Bahnhöfen, dessen kaum Herr zu werden sei. 3,6 Millionen Euro habe die Bahn im Jahr 2019 zur Beseitigung dieser Schäden ausgegeben, was eine deutliche Steigerung gegenüber 2018 sei, als es „nur“ 2,8 Millionen Euro gewesen seien: „Dieses Geld würde die DB lieber zum Nutzen ihrer Kunden einsetzen.“

So vermüllt sieht's im Gleisbett selbst aus

So vermüllt sieht's im Gleisbett selbst aus. © Andreas Schröter

Problem an einem Bahnhof wie Brackel sei, so der Bahnsprecher weiter, dass er schlecht einsehbar sei und die soziale Kontrolle fehle. Heißt im Klartext: Wer dort ungestört seine Schmierereien verbreiten will, der kann das weitgehend ungehindert tun.

Video-Überwachung nur mit der Bundespolizei

Es gibt weder Wohnhäuser, aus denen die Gleise einsehbar sind, noch Cafés oder Sonstiges in unmittelbarer Nähe, was zu einer ständigen Überwachung des Bahnsteigs führen würde. Eine Video-Überwachung sei nur in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei zu machen.

Auch ein Nebengebäude, das ebenfalls der Deutschen Bahn gehört, ist alles andere als in einem vorzeigbaren Zustand

Auch ein Nebengebäude, das ebenfalls der Deutschen Bahn gehört, ist alles andere als in einem vorzeigbaren Zustand. © Andreas Schröter

Aber, so teilt die Bahn in einer Presseerklärung weiter mit: „Grundsätzlich werden alle Bahnhöfe von unseren Mitarbeitern regelmäßig inspiziert und gereinigt.“ Auch seien an mehreren Bahnhöfen in NRW, unter anderem in Hagen, Recklinghausen-Süd und Hochdahl, die Personenunterführungen künstlerisch gestaltet worden. Unter Sprayern gelte, dass in Auftrag gegebene Graffiti hoch anzusehen seien und nicht beschmiert werden dürfen. Ob so etwas auch in Brackel geplant ist, war nicht zu klären.

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