Waffenlager zuhause, Frau verprügelt: Beschuldigte psychisch Kranke (35) lehnt Medikamente ab

rnLandgericht Bochum

Im Prozess um die Attacke auf eine Gerichtsvollzieherin in einer Art „Waffenlager-Wohnung“ in Hörde hat eine Ärztin der beschuldigten Ex-Mieterin fehlende Krankheitseinsicht attestiert.

Bochum/Dortmund

, 26.08.2019, 15:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit der Vernehmung einer Ärztin ist am Montag am Bochumer Landgericht das Sicherungsverfahren gegen eine psychisch kranke Ex-Mieterin (35) aus Hörde fortgesetzt worden. „Sie hat mir gesagt, sie sei nicht krank, sondern sie sei Sportlerin, und deswegen will sie keine Medikamente einnehmen“, berichtete die Ärztin aus der Psychiatrie, in der die Beschuldigte seit April vorläufig untergebraucht ist.

Ansonsten verhalte sich die Beschuldigte „sehr friedlich und sehr freundlich“. An eine Situation, in der die Frau mal aufbrausend reagiert hat, konnte sich die Ärztin dann aber doch erinnern: „Das war, als eine Mitpatientin sich morgens mal bei ihr beklagt hat, weil sie angeblich zu viel Toast und Käse isst.“ Einen tätlichen Angriff habe es aber nicht gegeben.

In dem Verfahren geht es um zwei tätliche Angriffe auf Gerichtsvollzieherinnen. Im November 2017 sollte die Wohnung der Beschuldigten an der Chattenstraße zwangsweise geräumt werden, dabei soll eine Gerichtsvollzieherin krankenhausreif geprügelt worden sein. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden später eine Machete, ein Gewehr, eine Harpune, eine Axt und ein E-Schocker gefunden.

Weil die Beschuldigte als schuldunfähig, aber allgemeingefährlich eingestuft wird, geht es vor Gericht allein um eine mögliche Unterbringung in einer Straftäter-Psychiatrie. Urteil: wohl am 12. September.

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