War der Angeklagte nur mal eben pinkeln oder hat er zugeschlagen?

rnRichter muss Frage klären

Nach einem Raubüberfall auf einen Drogendealer steht einer der mutmaßlichen Täter (35) jetzt vor Gericht. Die Entscheidende Frage: War er zum Pinkeln im Gebüsch oder schlug er zu?

Dortmund

, 15.10.2019, 17:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor dem Landgericht Dortmund hat am Montag ein Prozess um einen mutmaßlichen Raubüberfall im Keuning-Park vor mehr als elf Jahren begonnen. Angeklagt ist ein drogenabhängiger Dortmunder.

Laut Anklage hat der 35-Jährige am 5. Juni 2008 gemeinsam mit mehreren Komplizen einen Rauschgiftdealer in einen Hinterhalt gelockt und dann ausgeraubt. Der zuvor telefonisch kontaktierte Dealer soll damals im Park am Keuning-Haus gerade sein Angebot (Ecstasy, Amphetamine, Haschisch) auf einem Mülltonnendeckel ausgebreitet haben, als er attackiert wurde. Erst zersplitterten Bierflaschen, dann soll plötzlich auch ein Messer geblitzt haben.

Mit dem Klappmesser zugeschlagen?

Um den bereits zu Boden gebrachten Dealer einzuschüchtern, soll der Angeklagte ein Klappmesser ausgepackt und damit erst mehrfach auf den Kopf des Dealers eingeschlagen haben. Dann soll er gedroht haben, zuzustechen. Laut Anklage ergriff der Dealer die Flucht. Die Beute (Bargeld plus Drogen) sollen die Männer um den Angeklagten unter sich aufgeteilt haben.

Zum Prozessauftakt gab der Dortmunder zu, damals im Keuning-Park mit dabei gewesen und auch etwas Beute eingestrichen zu haben: „Eine Schachtel Zigaretten und ein Vitaminpflaster“. Im entscheidenden Moment will er allerdings „zum Pinkeln im Gebüsch“ gewesen sein. Dass er mit einem Messer gedroht haben soll, sei jedoch „eine Lüge“. Der Prozess wird fortgesetzt.

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