Warten auf das Helau-Echo

"Es ist schwierig, in Dortmund Karneval zu feiern. Die Stadt ist eben keine närrische Hochburg", sagt Geschäftsführer Martin Ferdinand.

28.01.2008, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für die Karnevalsgesellschaft "Deutsche Bühne" allerdings kein Grund, die Narrenkappe an den viel zitierten Nagel zu hängen. Darüber konnten sie lange Zeit in Ruhe nachdenken - den die älteste Karnevalsgesellschaft (KG) Dortmunds ist bereits 130 Jahre alt. Samstag hatten die Jecken zum Geburtstagsempfang geladen.

Gegründet als Theatergesellschaft in einer Zeit, als in Dortmund weder Stadttheater geschweige denn Konzerthaus Platz für Unterhaltung boten, entwickelte sich die Gesellschaft im Laufe der Jahre zum reinen Karnevalsverein.

Nur mit Humor

Was selbst Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer dazu veranlasste, seine Grußworte in närrischer Versform vorzutragen. "Manches kann man nur mit Humor ertragen, da kommt der Karneval gerade recht", leitete das Stadtoberhaupt seine "Büttenrede" ein.

Überhaupt zeigten sich die Gäste trotz des vollen Terminplans in der kurzen Session ob des freudigen Anlasses bester Laune. "Ich habe versucht, Gründungsmitglieder zu sprechen, habe aber niemanden gefunden", witzelte Peter Niemann. Verständlich, dass der Präsident des Bundes Ruhr-Karneval in Zeiten nachlassender Mitgliederzahlen den Nachwuchs in der 148 Jecken starken KG lobte. "Ich bin stolz, dass es noch junge Leute gibt, die die Tradition fortführen", so Niemann. Damit dürfte dann auch der Wunsch des Oberbürgermeisters, weitere 130 Jahre "Deutsche Bühne" anzugehen, realisierbar sein.

Und - närrische Diaspora hin oder her - auch wenn "kaum ein Helau zurück kommt", wie es der Geschäftsführer beschreibt, Martin Ferdinand verspricht: "Wir machen weiter." RM

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