"Warum bewegt sich nichts?"

28.10.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ermittelt und ermittelt. "Aber warum bewegt sich da nichts?", fragt sich Frank Seyfarth inzwischen. Der Sohn des Opfers hat für die lange Verfahrensdauer kein Verständnis: "Schließlich geht es darum, ähnliche Unfälle zu verhindern." Und für die Familie, so der Dortmunder, bedeute ein Abschluss des Verfahrens, "dass endlich Ruhe einkehrt".

"Der Sachverhalt ist tatsächlich wie rechtlich schwierig, weil die Straßenbahn vom Typ N8 von der Aufsichtsbehörde ordnungsgemäß abgenommen und nicht defekt war", erläutert Dr. Ina Holznagel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. "Entscheidend ist deshalb, ob ein tödlicher Unfall für die Verantwortlichen der Stadtwerke so eindeutig vorhersehbar war, dass alle Straßenbahnen mit baugleichem Türsystem trotzdem hätten aus dem Verkehr gezogen werden müssen." Dazu müssten alle 57 Vorfälle aufgearbeitet werden. Dass das bis heute nicht abgeschlossen sei, liege auch an der hohen Belastung der Staatsanwaltschaft.

"Bei allem Verständnis für die Arbeitsbelastung und die Komplexität des Verfahrens muss eine abschließende Bewertung drei Jahre nach dem Unfall jetzt möglich sein", findet Seyfarths Anwalt Dr. Christian Sering von der Sozietät Himmelmann Pohlmann. Ansonsten könne er der Befürchtung seines Mandanten, trotz des erheblichen öffentlichen Interesses fehle es bei den Ermittlungen an der notwendigen Effizienz, nicht mehr viel entgegenhalten. weg

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