Warum darf die Naturbühne "Simba" nicht mehr zeigen?

Unterlassungserklärung

Vor rund zwei Wochen hat die Naturbühne Hohensyburg ganz unerwartet eine schriftliche Unterlassungserklärung für "Simba! König der Tiere" erhalten. Am Wochenende wurde das Stück eingestellt. Die Hintergründe sind bislang unklar - eine Spurensuche.

HOHENSYBURG

, 12.07.2016, 01:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum darf die Naturbühne "Simba" nicht mehr zeigen?

Mit großem Aufwand hat das Hohensyburger Amateurtheater "Simba" auf die Bühne gebracht. Am Wochenende musste das Stück eingestellt werden.

Das Stück „Simba – König der Tiere“ darf plötzlich nicht mehr gespielt werden - was ist da los?

Sicher ist bisher nur so viel: Die Naturbühne Hohensyburg ist juristisch dazu gezwungen worden, das Stück abzusetzen, und Stillschweigen darüber zu bewahren, wer das veranlasst hat und warum. Das bestätigte Elke Eitner, 1. Vorsitzende der Naturbühne, am vergangenen Freitag im Gespräch mit der Redaktion.

Warum passiert das gerade jetzt, mitten in der Spielzeit des Stücks?

Das scheint im Moment nur der Veranlasser der Absetzung zu wissen.

Wer könnte dahinterstecken?

Das Theaterstück basiert auf der Geschichte des Films „König der Löwen“ von Disney. Disney besitzt alle Rechte am Film und am gleichnamigen Musical. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Disney die Absetzung veranlasst hat.

Was sagt Disney dazu?

Bisher nichts. Unsere erste Anfrage stellten wir am vergangenen Freitag, seitdem warten wir auf eine Antwort.

Hat die Naturbühne irgendetwas falsch gemacht?

Wahrscheinlich nicht. Die Bühnenfassung stammt von 2001 und ist seitdem von vielen Freilichtbühnen in Deutschland aufgeführt worden. Laut Elke Eitner würde sich die aktuelle Inszenierung der Naturbühne von den anderen Inszenierungen in keinem relevanten Punkt unterscheiden. Anders gesagt: Was auch immer nun bei der Naturbühne den Ausschlag für die juristische Auseinandersetzung gab, das war bei  früheren Inszenierungen an anderen Bühnen auch schon vorhanden.

Von wem stammt die Bühnenfassung?

Nicht von Disney. Geschrieben hat sie 2001 Robert Hesse, der an der Waldbühne in Hamm-Heessen mitarbeitet, unter anderem als Regisseur. Hesse schrieb den Stoff für die Hammer Waldbühne. Daraufhin interessierten sich andere Freilichtbühnen für diese Fassung und erwarben die Aufführungsrechte von Hesse für eigene Inszenierungen, wie es in der Branche üblich ist.

Ist die Bühnenfassung mit Disney abgestimmt?

Nein, und das könnte der Grund der Auseinandersetzung sein. Die Bühnenfassung enthält viele Elemente der Handlung und der Texte des Films (die Musik des Films gehört nicht zur Bühnenfassung). Autor Robert Hesse sagte im Gespräch mit der Redaktion, dass er als Freilichttheater-Amateur damals keine Veranlassung gesehen habe, seine Fassung mit Disney abzusprechen. 

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