Warum "Herde's Gartencenter" immer noch leer steht

Groß-Immobilie an der Bornstraße

Ende 2013 schloss "Herde's Gartencenter" an der Bornstraße 245 für immer seine Türen. Seitdem steht das große Gebäude samt Parkplatz leer - und seit etwa eineinhalb Jahren auch zum Verkauf. Interessenten gab es viele. Wäre da nicht ein Problem.

DORTMUND

, 28.07.2016, 02:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum "Herde's Gartencenter" immer noch leer steht

An Silvester 2013 war die Eingangstür zuletzt für Kunden geöffnet – seitdem steht das frühere „Herde’s Gartencenter“ an der Bornstraße leer.

Nur einmal kehrte in dieser Zeit noch Leben ein ins ehemalige Gartencenter. Und zwar im April 2015, als junge Aktivisten größtenteils aus der Nordstadt das Gebäude für einige Stunden besetzten. Das taten sie nach eigenen Angaben, „weil es leer steht“.

Da viele Menschen in der Nordstadt Platz suchen würden, hielten es die Besetzer „für illegitim, Räume ungenutzt zu lassen“. Die Besetzer verließen das Gebäude bereits nach wenigen Stunden wieder.

Pächter ging insolvent

Nach achteinhalb Jahren das Gartencenter verlassen und hinter sich abgeschlossen hatte Ende 2013 Geschäftsführer Joachim Brune. Er hatte zuvor für „Herde’s“ an der Bornstraße Insolvenz angemeldet. Brune war allerdings nur Pächter des Objekts; Grundstück und Gebäude sind nach wie vor im Besitz der ursprünglichen Betreiber und Namensgeber Klaus und Helga Herde. Das Ehepaar betreibt in Iserlohn „Herde’s Blumenparadies“.

In Dortmund möchte das Ehepaar nicht erneut tätig werden – das leer stehende Gartencenter steht seit eineinhalb Jahren zum Verkauf. Für die Vermarktung des 1985 erbauten Objekts zuständig ist das Dortmunder Unternehmen Immobilien R. Schneider – aufgerufen wird derzeit ein Verkaufspreis von 1,48 Millionen Euro.

30 Interessenten - ein Problem

Das Wetter und die Zeit sowie Graffiti-Sprüher haben dem Gebäude von außen ein wenig zu schaffen gemacht – verwildert ist das Grundstück jedoch nicht. Erst kürzlich entfernten Mitarbeiter eines Forstunternehmens das Unkraut auf dem Außengelände. Das ist ansonsten zur Straße hin mit einem Tor abgesperrt.

Rund 30 Anfragen habe er bisher erhalten, sagt Rudolf F. Schneider, Geschäftsführer der gleichnamigen Immobilienfirma. Ein Modehändler habe sein Interesse bekundet, ein Schuhgeschäft, auch ein Händler für chinesische Lebensmittel. Das Problem sei nur, so Schneider: „Firmen mit solchem Interesse erhalten keine Nutzungsgenehmigung von der Stadt.“ Daher seien die Interessenten wieder abgesprungen.Es ist, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, so: Das Gartencenter liegt im Geltungsbereich des Bebauungpslans „InN 231 Bornstraße-Ost“, der Standort ist als „Sondergebiet großflächiger Handel, Büro und Verwaltung“ ausgewiesen. Einzelhändler dürfen dort „nicht zentrenrelevante Sortimente“ anbieten: etwa Möbel, Gartenbedarf, Bau- und Heimwerkerbedarf, Autos und Autozubehör, Boote und Bootszubehör. Auch eine Nutzung als Büro oder Tankstelle würde genehmigt.

Dagegen erhalten Händler keine Erlaubnis dafür, an der Bornstraße 245 „zentrenrelevante Sortimente“ (wie Bekleidung, Elektrokleingeräte, Spielwaren) und „nahversorgungsrelevante“ Dinge (wie Lebensmittel und Drogeriewaren) zu verkaufen. Das, so die Stadt, sei gemäß „Masterplan Einzelhandel“ nicht gewünscht, um nicht den Handel in der City, im Nordstadt-Zentrum und an der Münsterstraße zu schwächen.

Die Vermarktung ist "sehr schwierig"

Die, die hinein wollen ins ehemalige Gartencenter, dürfen also nicht. Und dass ein Bootshandel im wenig maritimen Dortmund ansiedelt, ist unwahrscheinlich. „Sehr schwierig“ sei die Vermarktung, sagt Rudolf Schneider. Und probiert es weiter.

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