Warum in Dortmund die Büroflächen knapp werden

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Schilder mit der Aufschrift „Büroflächen zu vermieten“ sieht man an vielen Stellen in Dortmund. Trotzdem ist es nach Ansicht der Experten eng auf dem Büromarkt. Wir erklären den Widerspruch.

Dortmund

, 09.10.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur auf dem Wohnungsmarkt in Dortmund ist das Angebot knapp geworden. Auch die Suche zumindest nach größeren, modernen Büroflächen ist nicht leicht. Die Experten der städtischen Wirtschaftsförderung warten dringend auf Büroneubauten, die für das nächste Jahr angekündigt sind.

Zur aktuell laufenden Immobilienmesse Expo Real, einem der wichtigsten Treffen der Immobilienbranche in Europa, stellen die Wirtschaftsförderer traditionell den Immobilienmarkt-Bericht für Dortmund vor. Die Botschaft: Langsam werden die Büroflächen knapp. Die Leerstandsquote ist 2018 auf 2,2 Prozent gesunken, aktuell sind es rund 2,3 Prozent.

Weniger Flächenumsatz

Die Flächenknappheit schlug sich schon in der Jahresbilanz für 2018 nieder. Mit einer Neuvermietung von 79.500 Quadratmetern lag der Flächenumsatz deutlich unter dem Vorjahresniveau mit 88.000 Quadratmetern und auch unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 85.150 Quadratmeter über die vergangenen zehn Jahre.

Diese Zahlen hat die Cubion Immobilien GmbH ermittelt. Für dieses Jahr erwarten Experten sogar einen noch niedrigeren Flächenumsatz von rund 70.000 Quadratmetern. Die Leerstandsquote soll sogar unter die Zwei-Prozent-Marke sinken.

Anstieg in Sicht

Ein Anstieg ist erst wieder im nächsten Jahr in Sicht, wenn mehrere neue Büroprojekte an den Markt kommen. Wobei von den erwarteten 43.000 Quadratmetern neue Fläche bereits die Hälfte vermietet ist.

Warum gibt es trotzdem noch Schilder mit Büromarkt-Angeboten? Oft handelt es sich um ältere und kleine Büroflächen, erklärt der stellvertretende Wirtschaftsförderungs-Chef Pascal Ledune. Schwierig ist es vor allem, wenn größere Flächen ab 1000 Quadratmetern gefragt sind.

Warum in Dortmund die Büroflächen knapp werden

Dortmund präsentiert sich bei der Immobilien-Messe Expo Real in München am Gemeinschaftsstand der Metropole Ruhr. © Oliver Volmerich

Im Ruhrgebiet ist man in guter Gesellschaft. Dortmund präsentiert sich bei der Immobilienmesse Expo Real in München vom 7. bis 9. Oktober erneut am Gemeinschaftsstand der Metropole Ruhr. Und die „Stadt der Städte“, wie sich das Ruhrgebiet in München anpreist, zeigt hier viel Selbstbewusstsein.

Mit 16,9 Millionen Quadratmetern Büroflächen sei die Metropole Ruhr nach Berlin der zweitgrößte Büromarkt in Deutschland, verkündete Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr GmbH, also der gemeinsamen Wirtschaftsförderungsgesellschaft für das Ruhrgebiet.

Gefragter B-Standort

Unter dem Motto „Wer A sagt, muss jetzt B sagen“, spielt man am Gemeinschaftsstand auf die Konkurrenz zu den großen Büromarkt-Metropolen wie München, Hamburg oder Frankfurt an. Die Städte im Ruhrgebiet gelten zwar als B-Standorte, dort seien die Renditen von Büroimmobilien aber inzwischen höher als an A-Standorten, lautet die Botschaft.

„B-Standorte sind gefragter denn je“, freut sich Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

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