Was Dortmunder Reisebüros zu Türkei-Reisen sagen

Auswärtiges Amt: "erhöhte Vorsicht"

Das Auswärtige Amt rät seit Donnerstagmittag auch Touristen zu "erhöhter Vorsicht" in der Türkei. Das könnte manchen abschrecken, der noch vorhat, Urlaub dort zu buchen. Doch was ist, wenn man schon seine Reise gebucht hat und sie nun nicht mehr antreten will? Und wie läuft generell das Türkei-Geschäft? Wir haben bei Dortmunder Reisebüros nachgefragt.

DORTMUND

, 20.07.2017 / Lesedauer: 3 min
Was Dortmunder Reisebüros zu Türkei-Reisen sagen

Wegen Anschlägen in Istanbul und eines versuchten Putsches reisten 2016 deutlich weniger deutsche Urlauber in die Türkei. Foto: Marius Becker

Eins ist klar: Wer bereits seinen Türkei-Urlaub gebucht hat, kann nicht gebührenfrei stornieren. Das ginge erst, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspräche.

Der Verkauf von Türkei-Reisen war auch in Dortmund im vorigen Jahr wegen diverser Anschläge in dem Land stark eingebrochen. In diesem Jahr registrieren einige Dortmunder Reisebüros ebenso verhaltene Buchungen von Türkei-Reisen. „Es tröpfelt so vor sich hin“, sagt Kurt Hosbach, Geschäftsführer des City-Reisebüros; auch Annika Kilp vom Reisebüro Lensing berichtet von einer sehr geringen Nachfrage.

Auch der Flughafen Dortmund spürte 2016 die Einbrüche bei Türkei-Reisen. Dieses Jahr, heißt es beim Flughafen, würden Flüge nach Ankara, Izmir und Zonguldak „gut genutzt“. Die Nachfrage nach Flügen nach Antalya sei dagegen wegen geopolitischer Ereignisse und der Angst vor Terror so gering, dass es derzeit keine Flüge nach Antalya gibt.

Erdogan schreckt Touristen ab

Max Ahlheit, Geschäftsführer des Central-Reisebüros, hat den Eindruck, dass Reisende weniger aus Angst vor Terror denn wegen des politischen Klimas unter Präsident Erdogan Abstand der Türkei fernbleiben. Diese leide als Reiseziel „stark darunter, und jetzt wird‘s immer schlimmer“.

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Gleichwohl, sagen Ahlheit und Hosbach unisono: Über den Preis würden Türkei-Reisen in Dortmund nach wie vor gebucht, „durch den Last-Minute-Verkauf hat die Türkei etwas angezogen“, sagt Hosbach. Denn Urlaubsziele wie Spanien und Griechenland sind nicht nur viel teurer, sondern gerade in den Ferien nahezu ausgebucht.

Zufriedene Rückkehrer

Von einer starken Nachfrage nach Türkei-Reisen in den letzten Wochen und Monaten spricht Michael Draeger vom Stoffregen-Reise-Café. Auch, weil in Westeuropa „alles voll“ sei. Wenn – seit Donnerstag – erste besorgte Türkei-Urlauber in spe in den Reisebüros anrufen, hören sie dort, dass eine Stornierung nicht möglich ist. Sie erfahren beispielsweise von Hosbach aber auch, „dass ich aus unserer Sicht nichts Negatives berichten kann“. Im Gegenteil, viele zurückkehrende Urlauber würden sich sehr zufrieden äußern.

Und Draeger sagt, dass einiges, was in der Türkei passiere, „nicht in Ordnung ist, keine Frage“. Das Land sei aber nach wie vor „ein wunderschönes Urlaubsziel mit herzensguten Menschen“. Er selbst fliegt in zwei Wochen mit seiner Familie dorthin.

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