Was geschah im Krankenhaus?

DORTMUND Nein, angenehm ist es zurzeit nicht, in den Kunstverein an der Hansastraße zu gehen. Wer geht schon gerne ins Krankenhaus?

von Von Katrin Pinetzki

, 20.02.2008, 18:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Herner Künstler Dirk Schlichting hat die Räume an der Hansastraße in eine Klinik verwandelt. Seine Rauminstallation „Innere“ versetzt den Betrachter in die Position eines Voyeurs, der unbedingt wissen möchte, was hier geschah. Denn dass irgend etwas passiert sein muss, das spürt der Besucher sofort, der sich durch die Tür des Kunstvereins in die typisch intime, abgeschlossene Klinikatmosphäre begibt.

Das Bett ist bezogen und benutzt, ein Nachthemd liegt darauf. Neben einem Monet-Druck hängt ein Fernseher an der Wand, es laufen amerikanische Seifenopern ohne Ton. Wer durch die angelehnte Tür in den „Gang“ geht, blickt durch Glasscheiben in ein leeres Schwesternzimmer. Überwachungsmonitore zeigen Bilder von ebenfalls verlassenen, aber benutzten Betten. Die Fahrstuhltür öffnet und schließt sich im Sekundentakt, sie wird von einem Frauenschuh blockiert. Der zweite Schuh liegt im Aufzug. Das Licht ist spärlich. Man fühlt sich wie aus der Zeit gefallen, mulmig, wie in einem Film Noir, allerdings ohne zu wissen, was bisher geschah – genau das ist die Wirkung, die der 42-jährige Künstler beabsichtigt hat. Dirk Schlichting verwendet alltägliche Situationen und Beobachtungen, die jedem bekannt vorkommen, und verdichtet sie so, dass sie eben nicht mehr alltäglich, sondern ein wenig neben der Spur wirken. Gruselig.  

Eröffnung am 22.2., 19.30 Uhr, Ausstellung bis 30.3., Hansastr. 2-4, geöffnet di-fr 15-18 Uhr, so 11-16 Uhr

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