Was kann der Corona-Impfstoff? Dortmunder Infektiologe ist zuversichtlich

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Ist das der Durchbruch im Kampf gegen Corona? Was kann der Impfstoff wohl leisten, was nicht? Dr. Bernhard Schaaf, Infektiologe am Klinikum Dortmund, sieht eine große Chance.

Dortmund

, 13.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Studien sind noch nicht veröffentlicht, viele Rahmendaten aber schon. In dieser Woche hatten der Pharmakonzern Pfitzer und die deutsche Firma Biontech veröffentlicht, wie weit sie mit ihrem Impfstoff gegen das Coronavirus sind.

Auch Dr. Bernhard Schaaf hat die Veröffentlichung interessiert gelesen. Er ist Pneumologe, Infektiologe und Klinikdirektor am Standort Nord des Klinikums Dortmund. Also dort, wo man täglich den Kampf gegen Covid-19 austrägt – auf den normalen Zimmern, an den Intensivbetten, an den Beatmungsgeräten.

90 Prozent weniger Infektionen? „Ein extrem hoher Wert“

„Da wird nicht zu Unrecht euphorisch gesprochen“, findet Schaaf. Der potenzielle Impfstoff habe in der Studie „einen sehr guten Effekt gezeigt“. Von 90 Prozent weniger Infektionen sei die Rede bei denjenigen, die man dem Virus ausgesetzt habe.

„Das ist ein extrem hoher Wert“, erläutert Schaaf. Normal seien 50. Zur Einordnung fügt der Dortmunder hinzu: Bei einer normalen Grippeimpfung erreiche man längst nicht so einen hohen Wert. „Hier aber ist das Ergebnis wohl schon so, dass man relativ schnell einen Effekt hat.“

Frage Nummer zwei: Gefährde ich mich?

Entscheidend sei aber nicht nur die Frage: Vermeidet eine Impfung tatsächlich die Infektion? Sondern auch: Gefährde ich mich durch eine Impfung?

Anhand der Daten aus Biontechs Zwischenstand findet Schaaf: „Es sieht gut aus.“ Wenngleich man Ende November abwarten müsse. Dann werde die US-Zulassungsbehörde wohl so weit sein, dass man die Studie veröffentliche.

Also ein Impfstoff gegen Corona schon in wenigen Wochen – zumal, auch das erfreut Schaaf, der Impfstoff relativ einfach in großer Menge produzierbar sei.

Mit Impfung „kann sich das Leben wieder verändern“

„Wenn wir eine Impfung haben, kann sich das Leben wieder verändern“, verdeutlicht Schaaf: „Man muss dann weniger Bereiche in der Gesellschaft herunterfahren, wie es leider im November der Fall ist.“

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Ein Grund zur Sorglosigkeit sei Biontechs Ankündigung aber nicht: „90 Prozent heißt nicht 100 Prozent. Das bedeutet nicht, dass diese Krankheit jetzt besiegt ist.“ Es würden sich weiterhin Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Aber: „Weniger Infizierte heißt natürlich, dass wir viel weniger Infektionsketten haben.“

Selbst mit Impfstoff sei allerdings eine Sache weiterhin wichtig, das hätten auch aktuelle Studien aus den USA eindeutig gezeigt: Maske tragen.

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