Was passiert eigentlich mit den Bomben aus Dortmund nach dem Abtransport?

rnBombenentschärfung im Klinikviertel

Am Sonntag wurden im Klinikviertel zwei Bomben entschärft. Der Sprengstoff ist aber noch drin. Was damit passiert, erklären Kampfmittel-Experten Karl-Friedrich Schröder und Klaus Bekemeier.

von Anna Maria Stock

Dortmund

, 13.01.2020, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die beiden Blindgänger aus dem Klinikviertel haben ganz Dortmund für Tage, Wochen und sogar Monate beschäftigt. Doch sie machen auch nach der erfolgreichen Entschärfung noch weiter Arbeit. Denn die beiden Weltkriegsbomben müssen aufwendig entsorgt werden.

Jetzt lesen

Bomben landen im Zerlegebetrieb

Dazu würden sie zunächst in einen Zerlegebetrieb transportiert, so Feuerwerker Karl-Friedrich Schröder, der am Sonntag als Technischer Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes im Einsatz war.

Wie das funktioniert, erklärt Klaus Bekemeier, Hauptdezernent der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg. Im Zerlegebetrieb werde die Bombe zersägt, so Bekemeier. Früher sei das mit einer Säge gemacht worden, heute mit einem Hochdruckwasserstrahl. „Mannlos“, wie Bekemeier sagt.

Anschließend werde das Metall vom Sprengstoff getrennt. Bei einer 250 Kilogramm schweren Bombe mache etwa die Hälfte des Gewichts die Hülle aus Stahl aus, die andere Hälfte der Sprengstoff.

Material der Bombe wird teilweise recycelt

Im nächsten Schritt werde der Sprengstoff in einem speziellen Kugelofen verbrannt. Da die Dämpfe des brennenden Sprengstoffs TNT leicht explodieren könnten, werde der Sprengstoff in kleinen Portionen von 300 bis 400 Gramm in den Verbrennungsofen gegeben.

Jetzt lesen

Die Bombenhülle aus Stahl komme nicht in den Ofen. Sie werde vorher ausgebrannt, um Sprengmittelrückstände zu beseitigen, so Schröder. „Und dann wird sie dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt“, sagt er.

Denn die Bombenhülle kommt auf den Schrottplatz. Landet irgendwann wieder im Hochofen und wird wiederverwendet. „Vielleicht wird da mal ein Auto draus, wer weiß“, sagt Schröder augenzwinkernd.

Einnahmen sind verschwindend gering

Viel Geld gibt es auf dem Schrottmarkt dafür allerdings nicht. Der Anruf bei einem Schrotthändler ergibt: 12 Cent bekommt man für einen Kilo Altstahl. Demnach käme für die beiden Hüllen der Dortmunder Bomben gerade mal 30 Euro zusammen.

Eine mickrige Summe angesichts der Kosten, die für das Großspektakel am Wochenende angefallen sein dürften. „Mit dem Schrott werden Sie nicht reich, der bei uns anfällt“, so Klaus Bekemeier.

Die Zünder hingegen würden oft als Anschauungsstücke behalten. Am Zünder könne man übrigens auf den ersten Blick erkennen, woher die Bombe komme. Denn britische Bomben hätten einen Messing-Zünder, während der der amerikanischen aus Stahl sei. In Dortmund wurden am Sonntag (12.1.) eine amerikanische und eine britische 250-kg-Bombe entschärft.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt