Was Sie über das Pfefferpotthastfest wissen müssen

Hansaplatz

Man nehme Dortmunds "Nationalgericht" aus dem Mittelalter, füge Preise vom letzten Jahr hinzu und Sonnenschein als Würze: los geht‘s mit dem Pfefferpotthastfest! Ab heute wird auf dem Hansaplatz wieder geschlemmt. Wir liefern die wichtigsten Infos.

DORTMUND

, 27.09.2017, 01:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ab Mittwoch wird auf dem Hansaplatz geschlemmt.

Ab Mittwoch wird auf dem Hansaplatz geschlemmt.

Zum 26. Mal schlagen die Wirte das große Zelt für dieses ureigene, typische Dortmunder Fest im „Wohnzimmer“ der Stadt auf: Ab Mittwoch (27. 9.) liegt der Alte Markt unter Dampf. Punkt 13 Uhr ist Fassanstich zu den deftigen Tagen, mit denen die Gastronomen an den Ursprung dieses pfeffrigen Fleisch-Eintopfs erinnern. Jeder serviert übrigens seine eigene Rezept-Variante. Die Wirte bereiten aber noch mehr Kostproben der westfälischen Küche zu. Auf den deftigen Geschmack gekommen sind längst nicht nur ältere Gäste, auch die jüngere Generation hat ihn entdeckt.

Von den Jüngeren dürfte wohl kaum jemand die Ursprünge des Potthast kennen, deshalb ein kleiner geschichtlicher Exkurs:

Dortmunds kulinarische Spezialität schlechthin wurde bereits im 14. Jahrhundert erwähnt, und zwar in Zusammenhang mit einer finsteren Intrige, die 1378 die Eroberung der gut gesicherten mittelalterlichen Stadt ermöglichen sollte. Verräterin war Agnes von der Vierbecke, die vom Adelshof Haus Vierbecke in Holzwickede stammte. Sie hatte in Dortmund den Patrizier Sudermann geheiratet, Agnes war aber früh Witwe geworden.

Mit Holz und Heu

Mit den Feinden der Stadt, den Grafen von der Mark und ihren Verbündeten, soll sie gemeinsame Sache gemacht und mit Hilfe einer List versucht haben, deren Soldaten in die Stadt zu bringen. Am Morgen des 4. Oktober 1378 ließ sie – so besagt die Geschichte – zwei Wagen vor das Wißstraßentor vorfahren. Unter der Ladung mit Holz und Heu hatten sich die Soldaten versteckt. Nach dem Öffnen des Tors schickte Agnes die Wache weg, ihr von den Fleischbänken einen Potthast zu besorgen, was der Wächter auch tat. 

Weit kamen die Feinde allerdings nicht, da das innere Tor zur Stadt noch verschlossen war. Sie wurden niedergemetzelt, Agnes fand den Tod auf dem brennenden Karren mit dem Holz. Die Verbündeten, die Dortmund einnehmen wollten, beschworen später die Unschuld der Agnes von der Vierbecke.

Das beliebteste Gericht auf dem Fest

Noch immer ist Pfefferpotthast das beliebteste Gericht auf dem Fest, das Dortmunds Historie feiert. Und in diesem Jahr wird das „Kümpchen“ Potthast keinen Deut teurer als letztes Jahr: 7 Euro. Maximal 11 Euro kosten die rustikalen Tellergerichte im Zelt und 2,50 Euro der Viertelliter Bier. Bis zu neun unterschiedliche Gerichte, vom Matjes bis zur Bauernente, bietet jeder der vier Gastronomen an.

Erstmals in der Geschichte des Pfefferpotthastfestes ist die Traditionsveranstaltung übrigens nicht mit einem verkaufsoffenen Sonntag verknüpft. Der steht erst wieder am 5. November an. Diesmal gibt‘s lediglich ein Late Night Shopping am Samstag (30.9.) bis 22 Uhr. Auch samstags schlagen diesmal die Holländer ihren beliebten Stoffmarkt auf: von 10 bis 17 Uhr auf dem Friedensplatz. Gutes Wetter ist bestellt, versprechen die Wirte. 

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Schlagworte:

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt