Was tun, wenn’s brennt? So funktioniert die Evakuierung im Signal Iduna Park

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81.360 Plätze hat der Signal Iduna Park. Im Notfall müssen alle Zuschauer innerhalb von Minuten das Stadion verlassen haben. Wie das geht, lesen Sie hier.

Dortmund

, 02.02.2019, 04:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie läuft die Evakuierung des Signal Iduna Parks im Notfall? BVB-Stadionchef Christian Hockenjos hat es uns erklärt.

Wenn der Signal Iduna Park während eines Spiels geräumt werden muss, ...

... werden die Zuschauer über Durchsagen und über die vier großen Videoleinwände im Stadion darüber informiert, das Stadion umgehend zu verlassen.

Notausgangsschilder weisen den Besuchern den schnellsten Weg nach draußen. Zusätzlich sind 164 Ordner des Ordnungsdienstes in diesem Fall als Evakuierungshelfer im Einsatz und zeigen den richtigen Weg.

Flüchten können die Zuschauer in alle vier Himmelsrichtungen. So gibt es zum Beispiel auch Fluchtwege über das Stadion Rote Erde im Osten und das Luftbad im Westen. Im Süden, wo der Eingangsbereich relativ schmal ist, öffnen sich im Evakuierungsfall Tore zum angrenzenden Volksbad, damit die Zuschauer auch dort genug Platz haben, um das Stadion zu verlassen.

Im Norden, wo sich die meisten Eingänge ins Stadion befinden, kann die Feuerwehr Teile der Drehkreuzanlage, die für den elektronischen Einlass genutzt werden, in der Erde versenken, damit die Fluchtwege auch hier breit genug sind, erklärt Christian Hockenjos.

Brandschutz-Besonderheiten des Signal Iduna Parks

  • Das Stadion, das 1974 gebaut worden und über die Jahre immer wieder erweitert worden ist, ist allein durch seine Größe – mit Platz für mehr als 80.000 Menschen – eine Herausforderung in Sachen Brandschutz und Sicherheitskonzept. Laut Gero Droste, Leiter des Vorbeugenden Brandschutzes der Feuerwehr, ist das Stadion damit das anspruchsvollste Objekt in Sachen Brandschutz in Dortmund.
  • Die Unterlagen zu Brandschutz und Sicherheitskonzept umfassen laut Christian Hockenjos gut 500 Seiten. Alle zwei Jahre müssen sie neu eingereicht werden – zuletzt kurz vor Weihnachten.
  • Die Feuerwehr ist, genau wie die Polizei, das Rote Kreuz (DRK) und der Ordnungsdienst, bei jedem Heimspiel im Einsatz. Alle vier Institutionen haben eigene, direkt nebeneinander liegende Räume im Stadion – auf der vierten Ebene der Osttribüne oberhalb der Pressetribüne.
  • Sollte es eine Krisensituation geben, treffen sich Vertreter von BVB, Feuerwehr, Polizei, DRK und Ordnungsdienst in einem Krisenraum im Stadion. Die Entscheidung, dass eine Veranstaltung abgebrochen und das Stadion evakuiert werden muss, können der Schiedsrichter, der BVB, die Polizei oder die Feuerwehr treffen. Für den Stadionsprecher gibt es vorformulierte Durchsagen, auf die er je nach Situation zurückgreifen kann. Über die Kommunikation entscheidet im Zweifel die Krisengruppe.
  • Sollte im Signal Iduna Park ein Brand ausbrechen, bedeute das aber nicht unbedingt, dass das gesamte Stadion evakuiert werden muss, sagt Hockenjos. Vor etlichen Jahren habe es mal einen Schwelbrand zwischen Westtribüne und Nordwestecke gegeben. „Da mussten wir dann nur die betroffenen Bereiche räumen“, sagt Hockenjos.
  • Eine Entfluchtung über den Stadioninnenraum ist nicht vorhergesehen. Und weil die Ausgänge in den Stadionecken sehr schmal sind, darf der Rasen bei Veranstaltungen auch nie komplett gefüllt sein. Das ist einer der Gründe, warum im Signal Iduna Park – anders als beispielsweise in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen – keine Konzerte stattfinden.

Das Westfalenstadion ist mit seinen rund 80.000 Zuschauern laut Feuerwehr das herausfordernste Veranstaltungsgebäude Dortmunds.

Das Westfalenstadion ist mit seinen rund 80.000 Zuschauern laut Feuerwehr das herausfordernste Veranstaltungsgebäude Dortmunds. © Hans Blossey

Musste das Stadion schon mal evakuiert werden?

Eine vollständige Evakuierung des Stadions wegen eines Notfalls gab es bislang noch nicht. Aber schon die ein oder andere Krisensituation – vor allem im Jahr 2017. Nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus im April 2017 wurde das Spiel gegen AS Monaco abgesagt, Tausende schon angereiste Fans mussten das Stadion wieder verlassen. Am Tag darauf und auch ein paar Wochen später wurden in zwei Spielen herrenlose Gegenstände vor dem Stadion gefunden, sodass einzelne Ausgänge vorübergehend gesperrt werden mussten.

„Bislang ist aber immer alles sehr diszipliniert abgelaufen“, sagt Christian Hockenjos. Ein Vorteil sei sicherlich, dass der Signal Iduna Park viele Dauerbesucher habe, die mit den Wegen im Stadion vertraut seien.

So funktioniert die Evakuierung in den anderen Spielorten:

Im Konzerthaus

Im Theater

Im U-Turm

Im Fußballmuseum

Im FZW

In der Warsteiner Music Hall

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