Wasserschloss Haus Wenge wird als Trau- und Kulturort in schönes Licht getaucht

rnHaus Wenge

Der Ausfall der Bezirksvertretungs-Sitzung hat einen Beschluss zur Illuminierung des Hauses Wenge in Lanstrop verhindert. Auch sonst gibt es in dem alten Wasserschloss noch viel zu tun.

Lanstrop

, 19.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Haus Wenge in Lanstrop soll noch in diesem Jahr durch eine ansprechende Illuminierung ins rechte Licht gerückt werden. Das hübsche Wasserschloss soll demnächst ein Ambiente-Trauort und auch ein Ort für Kulturveranstaltungen sein.

Nachdem die Scharnhorster Bezirksvertreter die Verwaltung im Juni 2019 beauftragt hatten, für das romantische Gebäude ein angemessenes Beleuchtungskonzept zu erarbeiten, liegen den Politikern nun sogar zwei Vorschläge dazu vor. Im ersten sollen große Flutlichtmasten rund um das Haus aufgestellt werden - ähnlich wie in einem Fußballstadion -, im zweiten insgesamt 14 Leuchten im Boden versenkt werden, die das Haus von unten anstrahlen.

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Die beiden größten Fraktionen in der Bezirksvertretung Scharnhorst, SPD und CDU, einigten sich auf Variante 2. Mit einer Änderung: Im rückwärtigen Teil des Wasserschlosses zum Park hin soll es keine Leuchten geben. Diese werden stattdessen auf dem Vorplatz des Hauses installiert, um diesen zu betonen. Die Stromversorgung erfolgt vom Haus aus. Alle drei Fassadenseiten und der Platz können einzeln ein- und ausgeschaltet werden.

Diese kleine Skizze zeigt die künftige Illuminierung des Hauses Wenge. Die roten Punkte zeigen die Stellen, an denen die Leuchten im Boden eingelassen werden sollen

Diese kleine Skizze zeigt die künftige Illuminierung des Hauses Wenge. Die roten Punkte zeigen die Stellen, an denen die Leuchten im Boden eingelassen werden sollen. © Andreas Schröter

15.000 Euro kostet die gesamte Maßnahme. Sie soll ausdrücklich Teil des Nordwärts-Projektes sein. Eigentlich wollte die Bezirksvertretung über diesen Antrag in der März-Sitzung entscheiden. Die jedoch ist wegen des Coronavirus ausgefallen.

Das idyllische Haus Wenge in Lanstrop soll ein Ambiente-Trauort werden

So idyllisch liegt das Haus Wenge in Lanstrop. © Archiv

Trotz dieser Verzögerung hofft Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny (SPD), dass die Lampen im Zuge einer weiteren Maßnahme eingebaut werden können, die jetzt ebenfalls ansteht: Die Energieversorgung des Hauses soll von Öl auf Gas umgestellt werden. Dazu müssen von der Alekestraße aus einige Leitungen verlegt werden.

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Unterdessen ist Pasterny etwas zögerlicher, was die offizielle Eröffnung des Hauses angeht. Noch zum Jahreswechsel 19/20 hatte er von Frühling 2020 gesprochen. Bei derart alten Gemäuern sei man jedoch vor Überraschungen, die das gesamte Unterfangen nach hinten verschieben, nie sicher. Zwei Beispiele: Aus einem Raum im Erdgeschoss, in dem eine große Badewanne steht, soll eine Behindertentoilette werden. Als Bauarbeiter die Wanne entfernten, tat sich ein großes Loch in den Keller auf. Und als sie an einer anderen Stelle im Haus die Fliesen von einer Wand lösen wollten, fiel die ganze Wand zusammen. Gleich mehrere bis zum Rand mit Bauschutt gefüllte Container, die vor dem Haus stehen, künden von derartigen Arbeiten.

Gut gefüllte Schuttcontainer künden von den derzeitigen Sanierungsarbeiten im Haus Wenge

Gut gefüllte Schuttcontainer künden von den derzeitigen Sanierungsarbeiten im Haus Wenge. © Andreas Schröter

Auch erhalte das Haus neue Wasser- und Abwasserleitungen sowie im Innern einige neue Balken. Pasterny: „Da ist eben alles etwas in die Jahre gekommen.“ Und deshalb ist noch immer nicht klar, wann es die erste öffentliche Veranstaltung im Haus geben wird. Momentan haben nicht mal die Mitglieder des Fördervereins Zutritt. Die Schlüsselgewalt liegt bei der Stadt. Immerhin soll es am 9. Mai ab 14 Uhr ein Mitbring-Picknick für Groß und Klein im Wenge-Park geben – falls die Corona-Pandemie dieses dann zulassen sollte.

Haus Wenge ist ein Wasserschloss mit Ursprung im 13. Jahrhundert

Haus Wenge ist ein ehemaliger Adelssitz, der seinen Ursprung im 13. Jahrhundert hat. Nach einem monatelangen Hickhack um die genauen Besitzverhältnisse des Wasserschlosses erfolgte zum Jahreswechsel 2017/2018 endlich Klarheit. Die Stadt hat das Haus auf unbestimmte Zeit von Prof. Thomas Drisch gemietet – mit dem Ziel, dort einen Ambiente-Trauort zu schaffen und Kulturveranstaltungen anzubieten.

Großes Interesse der Bevölkerung am Haus Wenge

Einzelne Versuchsballons in dieser Richtung (wie zum Beispiel Führungen am Tag des offenen Denkmals) haben gezeigt, dass das Interesse der Bevölkerung an diesem Haus extrem groß ist.

Die endgültige Öffnung des Hauses für die Öffentlichkeit scheitert bisher unter anderem an den Brandschutzbestimmungen - unter anderem muss im rückwärtigen Teil eine zweite Fluchttreppe angebracht werden - und an einer Vielzahl von Renovierungsarbeiten, die zuvor zu erledigen sind.

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