Die Polizei schließt Fremdeinwirkung aus

Tote Frau am Dortmunder Hafen gefunden

In einem Mehrfamilienhaus am Dortmunder Hafen hat die Feuerwehr am Sonntagabend eine tote Frau gefunden. Noch während des Einsatzes klagten die Rettungssanitäter über Reizungen in den Augen und Atemwegen. Vermutlich waren Schadstoffe ausgetreten, die analytische Taskforce wurde alarmiert.

Dortmund

, 30.04.2018, 10:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Analytische Task Force musste am Sonntag ausrücken. Rettungssanitäter hatten während eines Einsatzes am Dortmunder Hafen über Reizungen in den Augen und Atemwegen geklagt.

Die Analytische Task Force musste am Sonntag ausrücken. Rettungssanitäter hatten während eines Einsatzes am Dortmunder Hafen über Reizungen in den Augen und Atemwegen geklagt. © Feuerwehr

Der Grund für den Einsatz der Feuerwehr war eigentlich eine bewusstlose Person, die ihnen per Notruf in einer Wohnung an der Lagerhausstraße gemeldet wurde. Die Frau war jedoch schon tot – und das, so die Feuerwehr, schon seit längerer Zeit. Der Verwesungsprozess hatte bereits eingesetzt. In der Wohnung hielt sich außerdem ein Mann auf, der vermutlich unter Drogen stand.

Bei der medizinischen Erstversorgung im Rettungswagen verspürten die Rettungsassistenten Reizungen in den Augen und Atemwegen. Daraufhin wurden weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr Dortmund alarmiert. Mit dabei auch die Analytische Taskforce (ATF), die immer dann gerufen wird, wenn Chemikalien ausgetreten sind oder sich unbekannte Stoffe in der Luft befinden, die identifiziert werden müssen.

Analyse der Schadstoffe

In speziellen Schutzanzügen gingen sie in die Wohnung, um mögliche Schadstoffe zu messen und zu analysieren. Jedoch konnte sie keine Schadstoffe mehr nachweisen. Vermutlich, so die Feuerwehr, weil der erste Einsatztrupp die Wohnung bereits gelüftet hatte.

Die Bewohner der anderen Wohnungen musste das Haus während des Einsatzes verlassen, konnten aber danach wieder in ihre Wohnungen zurück. Der unter Drogen stehende Mann und zwei Rettungsassistenten wurden ins Krankenhaus gebracht.

Todesursache unklar

Derzeit geht die Polizei nicht davon aus, dass die Frau durch Fremdeinwirkung getötet wurde. Die genaue Todesursache kann aber erst die Obduktion im Laufe der Woche ergeben – ebenso wie den Todeszeitpunkt. Der Mann wurde nach einer Vernehmung entlassen, so die Polizei.

Laut Feuerwehr konnten die beiden Sanitäter das Krankenhaus am Montag wieder verlassen. Was bei ihnen zu den Reizungen geführt hat, ob Schadstoffe in der Wohnung ausgetreten waren, ist unklar.

Die Analytische Task Force: Von der Spezialeinheit ATF gibt es nur acht in Deutschland. Bei den Berufsfeuerwehren in Dortmund, Köln, Essen, Mannheim, Hamburg und München sowie beim Landeskriminalamt Berlin und beim Institut der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt. Die Standorte sind so verteilt, dass eine ATF-Einheit jeden Ort in Deutschland in maximal drei Stunden erreichen kann. Häufig ist die Einheit in anderen Städten im Einsatz. In Dortmund hat sich der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr in Aplerbeck auf das Messen chemischer und radiologischer Stoffe spezialisiert.
Lesen Sie jetzt