Anders als Intown: Wie die LEG den Clarenberg saniert

rnBrandschutz in Hochhäusern

Die LEG muss in allen 934 Wohnungen der Clarenberg-Hochhaussiedlung in Dortmund den Brandschutz erneuern. Wie beim Hannibal in Dorstfeld liegt die Feuergefahr in den Versorgungsschächten. Was heißt das für die Mieter? Wer zahlt die 2,9 Millionen Euro Baukosten? Es gibt gute Nachrichten.

Dortmund

, 31.05.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gefahr im Falle eines Feuers: Im September 2017 ließ die Stadt Dortmund das Hannibal-Hochhaus im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld räumen, weil Eigentümer und Verwalter beim Brandschutz nicht spurten. Die Gefahr ging von den Versorgungsschächten des Hochhauses aus. Feuer und giftige Brandgase hätten durch die Schächte in die Wohnungen eindringen und Bewohner verletzen oder sogar töten können, denn Hochhausbrände sind extrem gefährlich. Die Mieter mussten sich innerhalb kürzester Zeit eine neue Bleibe suchen.

Brandschutz am Clarenberg-Hochhaus

An technisch gleicher Stelle hat der große deutsche Vermieter LEG Wohnen in einem eigenen Hochhauskomplex ebenfalls ein Brandschutz-Problem: Die teilweise über 40 Meter hohen Versorgungsschächte sind beim Hochhausbau am Clarenberg in Dortmund-Hörde Anfang der 1970er-Jahre nicht so abgedichtet worden, wie es der Brandschutz heute verlangt. Theoretisch besteht die Gefahr, dass bei einem Feuer in einer Wohnung giftige Rauchgase durch die Schächte in Nachbarwohnungen vordringen können.

Fast 4000 Bewohner betroffen

Nach Stichproben ortete die LEG das Problem in zunächst zwei Wohnungen. Bevor der Intown-Skandal um den Hannibal bekannt wurde. Als das ganze Ausmaß der Brandschutzmängel bekannt wurde, schaltete die LEG Brandschutz-Sachverständige ein. Der Spezialist stimmte mit der Dortmunder Feuerwehr und dem Bauordnungsamt ein Sanierungskonzept ab. Ab Juni 2018 modernisiert die LEG die Schächte. Die Arbeiten sollen rund anderthalb Jahre dauern. Betroffen sind alle 934 Wohnungen und fast 4000 Bewohner. Für die Bauarbeiten muss die LEG ...

  • in allen Wohnungen die Küchenmöbel abbauen lassen
  • in allen Küchen die Schachtverkleidungen demontieren
  • Rohre, Leitungen und Dämmstoffe erneuern
  • die Decken und Böden vollständig abdichten

Wichtigste gute Nachricht vor dem Hintergrund der Hannibal-Räumung: Keiner der LEG-Mieter muss seine Wohnung verlassen. Welchen großen technischen Aufwand die LEG betreibt und wie das Problem aussieht, beschreibt Bauleiter Franz-Josef Herich in diesem Video:

Einer der betroffenen Anwohner ist der 75-jährige Karl-Heinz Gärtner aus der Wilhelm-Schmidt-Straße 13. Der Ex-Hoeschianer wohnt seit 1972 in der Hochhaussiedlung und ist damit einer der ersten Clarenberg-Mieter. Was er zu der neuen Baustelle sagt? Die Antworten hier fallen im Video kurz und knapp aus:

Im Fall Hannibal / Intown hatte die Stadt Dortmund in Dorstfeld schwere Geschütze gegen den Verwalter und Eigentümer aufgefahren. In Hörde hört sich das anders an. Stadt-Sprecher Michael Meinders: „Die Zusammenarbeit mit diesem Eigentümer ist sehr gut. Sie ist sogar vorbildlich.“

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27 Immobilien befinden sich am Clarenberg in Hörde im Besitz der LEG. Aktuell gibt es nur eine freie Wohnung. Bundesweit vermietet die 2008 privatisierte Landesentwicklungsgesellschaft fast 130.000 Wohnungen mit gut 350.000 Bewohnern.
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