1000-Quadratmeter-Gebäude könnte auf den Hansaplatz kommen

rnGastronomie auf dem Hansaplatz geplant

Der Hansaplatz sollte schon mehrere Male bebaut werden, immer gab es Widerstand. Jetzt steht eine Gastronomie in den Startlöchern. Das hätte Folgen für den Weihnachtsmarkt.

Dortmund

, 17.05.2018 / Lesedauer: 4 min

Still ruht der Hansaplatz. Meistens zumindest. Das soll sich ändern, eine Gastronomie soll dort entstehen. Doch das ist nicht einfach, denn entsprechende Pläne gab es früher schon mehrfach, sie zerschellten jeweils am Widerstand der Markthändler und Schausteller. Vielleicht ist das der Grund, warum kaum jemand offen über Bebauungspläne sprechen will, die aktuell in Arbeit sind.

1000 Quadratmeter groß, eingeschossig und eine Heimat für eine Gastronomie soll sie werden, die Immobilie, die auf dem Hansaplatz entstehen soll.

Überlegungen dieser Art gab es schon häufiger

Wieder einmal, kann man fast sagen, denn es ist nicht der erste Versuch, den Platz zu bebauen. 1999 gab es solche Pläne, 2003 und zuletzt 2008. Dass der Hansaplatz überhaupt bebaut werden kann, liegt an einem Vertrag, den die Stadt in den 1990er-Jahren schloss. Und über den sie heute aus vertragsrechtlichen Gründen nicht reden möchte, die Entscheidung fiel nicht-öffentlich. Dort, wo heute das Karstadt-Sport-Haus steht, stand noch bis 1995 die alte Stadt- und Landesbibliothek. Ihr Abriss wurde Ende 1995 von der Denkmalbehörde genehmigt, das Grundstück sollte dann, so der Plan des damaligen Kämmerers Gerhard Langemeyer, für rund 28 Millionen D-Mark an die Dortmunder Volksbank verkauft werden.

Das Geschäft kam nicht zustande, die Volksbank hatte sich verabschiedet, der damalige Wirtschaftsförderer nahm seinen Hut und das Gelände kam erneut in ein Bieterverfahren – letztlich ging das Grundstück für kolportiert die Hälfte der erwarteten Summe über den Tresen. Zeitgleich wurde der aufkaufenden Firma ein Bebauungsrecht für den Hansaplatz zugesichert. Entsprechende Pläne wurden gemacht, konnten sich jedoch nie durchsetzen – zu groß der Widerstand der Markthändler und der Schausteller.

Codename „Fischstäbchen“

Denn sollte eine Immobilie, verwaltungsintern hat sie aktuell bereits den Spitznamen „Fischstäbchen“, auf dem Hansaplatz gebaut werden, hätte das Folgen nicht nur für den Wochenmarkt. Auch der Weihnachtsmarkt mit dem größten Baum der Welt wäre betroffen und müsste neu geordnet werden. Gegenwind wäre garantiert. Schaustellerchef Hans-Peter Arens sagt, dass er ohne vorliegende Pläne nichts dazu sagen könne. Doch sollte es zu einem Bau kommen, wäre das ein „erheblicher Einschnitt in einer Stadt, die sich mit Veranstaltungen sowieso schwer tut“.

Die Stadt ihrerseits will die Märkte und vor allen Dingen ihre Plätze beleben, hier soll auf dem Hansaplatz die 1000-Quadratmeter-Gastronomie helfen. Von der Immobilienfirma Diag, die das Baurecht auf dem Platz innehat, heißt es, dass mittlerweile einiges Geld in eine Planung geflossen sei und es schön wäre, wenn das Projekt kommt. Allerdings müsse dafür die Stadt mit den Schaustellern und den Marktbeschickern sprechen.

Fördermittel flossen für die Platzgestaltung

Ein weiteres Problem, das einem kurzfristigen Bau einer Gastronomie im Wege steht, sind Fördermittel, die die Stadt Dortmund für die Gestaltung des Hansaplatzes vom Land erhalten hat. Um sie nicht zurückzahlen zu müssen, müsste eigentlich noch bis 2032 gewartet werden. Doch als 2008 bereits Pläne für die Bebauung des Hansaplatzes auf dem Tisch lagen, verhandelten Stadt und Bezirksregierung, wie viel der Fördergelder hätten zurückgezahlt werden müssen. Schon damals war die Stadt bereit, Geld in die Hand zu nehmen: So wurde 2008 auch der Architektin, die den Platz gestaltet hatte, das Urheberrecht abgekauft. Für 175.000 Euro.

Wenn man die Stadt heute fragt, was mit dem Hansaplatz geschehen soll, bekommt man folgende Antwort: Für eine Markthalle gebe es keine konkrete Vereinbarung. Doch „zu Projektentwicklungen mit anderem Inhalt findet dagegen durchaus ein Austausch privater Interessenten mit der Planungsverwaltung statt. Die Entwicklung ist jedoch derzeit noch nicht auf einem belastbaren Stand, sodass über Inhalt und über Betreiber keine Auskunft gegeben werden kann.“ Fragestellungen zu der Aufstellfläche des Wochenmarktes, des Weihnachtsmarktes und des Weihnachtsbaums seien in den Planungsprozess einzubinden.

Der Weihnachtsbaum, der später der größte werden sollte, stand übrigens in seinem ersten Jahr gar nicht auf dem Hansaplatz. Er wurde zunächst auf der Brache aufgestellt, auf der heute das Karstadt-Sport-Haus steht. Die Idee hatte der damalige Karstadt-Chefdekorateur.

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