Weg zwischen B1 und Stadion soll zur grünen Meile werden

rnVorschlag der Naturfreunde

An den Westfalenhallen soll sich in den kommenden Jahren einiges verändern. Eine Gruppe Dortmunder will dabei aus einem grauen Weg eine grüne Verbindung zwischen City und Stadion machen.

Dortmund

, 20.05.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne sind gewaltig: Das Gelände der Westfalenhallen soll umgestaltet und die Strobelallee zu einer Eventmeile werden. Bis alles fertig ist, wird es noch viele Jahre dauern. Ein Detail im Projekt stört eine Gruppe Dortmunder jedoch. Sie wollen es verändern, damit am Ende alle Dortmunder profitieren können.

Konkret geht es um den Weg zwischen den Westfalenhallen 3 und 4, der die Brücke zur Lindemannstraße auf kürzester Strecke mit der Strobelallee verbindet.

Geht es nach den Westfalenhallen, soll dieser Weg bis auf wenige Ausnahmen - wie beispielsweise BVB-Spiele - für Fußgänger und Radfahrer geschlossen bleiben. Das missfällt den Naturfreunden Kreuzviertel.

„Die Stadt vergibt eine Riesenchance“

Der Verein setzt sich seit seiner Gründung in den 80er-Jahren für Umweltschutz ein, arbeitet politisch und engagierte sich unter anderem gegen die Pläne der Stadt Dortmund, einen Reiterverein an der Bolmke anzusiedeln.

So sieht der Weg zwischen den Westfalenhallen 3 und 4 derzeit aus.

So sieht der Weg zwischen den Westfalenhallen 3 und 4 derzeit aus. © privat

„Aus Sicht der Naturfreunde Kreuzviertel berücksichtigt die städtische Rahmenplanung für die Standortentwicklung der Westfalenhallen zu wenig die Interessen der Bürgerschaft“, sagt Olaf Greve, Vorsitzender der Naturfreunde. „Die Stadt vergibt damit eine Riesenchance.“

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Denn mit dem geplanten Ausbau der Westfalenhalle 4 bis zur Strobelallee werde ein 200 Meter langer „Schlauch mit vier bis sechs Geschossen Höhe an den Seiten entstehen“, sagt Greve. „Das wird zwar kein Angstraum, der Bereich ist aber schon heute unansehnlich.“

Das Erdgeschoss müsse attraktiver werden - vielleicht mit Gastronomie?

Schon die neue Unterführung, die am Nordeingang beginnt, sei nicht gerade einladend. „Der Bereich ist der Hauptzugang zwischen der Innenstadt und dem Stadion, den jedes Jahr hunderttausende Menschen entlanggehen“, so Greve.

Die Brücke über die B1 führt von der Lindemannstraße geradewegs zur Strobelallee und damit zum Stadion.

Die Brücke über die B1 führt von der Lindemannstraße geradewegs zur Strobelallee und damit zum Stadion. © Oliver Schaper

Deswegen haben die Naturfreunde sich an die Dortmunder Politik gewandt. Ihr Antrag enthält zwei wesentliche Forderungen, die nun an die Verwaltung weitergeleitet worden sind.

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Erstens: Der zentrale Fuß- und Radweg solle „für die Allgemeinheit ohne Einschränkung dauerhaft offen“ bleiben. Zweitens: Der Weg solle attraktiv ausgebaut werden. Um das möglich zu machen, müsse der Weg verbreitert und begrünt werden, der „stark eingeengte Durchgang“ zwischen Halle 3b und dem Nordeingang müsse als zentraler Durchgang neu gestaltet werden.

Die Naturfreunde Kreuzviertel um den Vorsitzenden Olaf Greve (l.) wollen die Unterführung, in der sie sich hier corona-konform versammeln, attraktiver gestalten.

Die Naturfreunde Kreuzviertel um den Vorsitzenden Olaf Greve (l.) wollen die Unterführung, in der sie sich hier corona-konform versammeln, attraktiver gestalten. © Oliver Schaper

Ein zentraler Punkt in den Überlegungen der Naturfreunde: Die Erdgeschoss-Ebene der Westfalenhallen entlang des Weges müssten attraktiver gestaltet werden.

„Die Westfalenhallen haben eine Verantwortung“

„Die Messehallen erfüllen heute ausschließlich zweckfunktionale Erfordernisse. Entsprechend aufgerissen und ungestaltet präsentiert sich das Untergeschoss der zuletzt gebauten Halle 3b zum Verbindungsweg“, heißt es im Antrag der Naturfreunde.

Das möge zwar wirtschaftlich sein, „doch die Westfalenhallen GmbH hat als Tochter der Stadt auch eine gestalterische Verantwortung gegenüber ihren Bürgern und den Besuchern der Stadt. Daher müssen im Bestand und bei den neuen Hallen dringend Maßnahmen realisiert werden, die das negative Bild beheben“. Greve könne sich Geschäfte oder Gastronomiebetriebe entlang des Weges vorstellen.

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„Wenn alles so bleibt wie die Stadt es plant, würde sie den betriebswirtschaftlichen Interessen der Westfalenhallen nachgeben, anstatt ein Zeichen für die Bürger zu setzen“, sagt Olaf Greve.

Den Naturfreunden gehe es darum, eine „gut gestaltete Verbindung zwischen steinerer Innenstadt und grüner Außenstadt“ herzustellen, so Olaf Greve. „Mit der Aufwertung des Ortes wird zudem die geplante Eventmeile mit Stadion und Körnig-Halle in das Wegesystem mit der neuen Brücke über die B1 zum Wohle der Bürger, der Stadtbesucher und des Bildes der Stadt integriert.“

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