Was man zum Eichenprozessionsspinner jetzt wissen muss

rnRaupenplage in Dortmund

Eine gefährliche Raupe stellt Dortmund auf den Kopf: An immer mehr Bäumen tauchen die Eichenprozessionsspinner auf, immer mehr Flächen werden gesperrt. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Dortmund, Nordstadt

, 07.06.2019, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Dortmund hat am Freitag (7.6.) eine Zwischenbilanz zu den vom Eichenprozessionsspinner befallenen Gebiete veröffentlicht. Nach dem Fredenbaumpark und dem Volksgarten Mengede ist ein weiterer Dortmunder Park so stark befallen, dass er gesperrt werden muss.

Welche neuen Sperrungen gibt es?

Im Hoeschpark sind nach Angaben der Stadt Dortmund 60 Bäume mit den Raupen aufgefallen. Die Stadt hat daher den Park mitsamt der Sportanlagen vorsorglich mit sofortiger Wirkung abgesperrt.

Betroffen ist davon auch das Freibad Stockheide. Hier gilt die Sperrung ab dem 8. Juni (Samstag). Wie lange die Sperrung dauert, lässt sich nicht prognostizieren. Einen größeren Befall gibt es auch in der Grünanlage am Brauksweg (30 Bäume) in Brackel sowie im Wohngebiet Hohenbuschei (90 Bäume). Bisher können dort aber nach Angaben der Stadt Dortmund alle Anwohner trotz einzelner Absperrungen ihre Häuser noch erreichen.

Bisher wurde der Eichenprozessionsspinner hauptsächlich in den nördlichen Stadtteilen Dortmunds identifiziert: Mengede, Eving, Scharnhorst, Innenstadt-Nord und Brackel. Es gab aber auch einzelne Fälle im Süden, etwa in Schüren oder im Westfalenpark.

Zehn Bäume wurden auch im Revierpark Wischlingen als befallen gemeldet. Sie wurden gerade noch rechtzeitig von den Raupen und ihren Nestern gereinigt. Wäre das nicht passiert, wäre das Pollerwiesen-Festival am 9. Juni (Sonntag) in Gefahr gewesen.

Wie lange sind die Parks noch gesperrt?

Das lässt sich laut Stadtsprecher Christian Schön nicht prognostizieren. Erst, wenn alle Raupen und ihre Nester beseitigt sind, darf ein Gebiet wieder freigegeben werden. Da die Kontrollen im Stadtgebiet noch laufen, lasse sich nicht vorhersagen, wie viele Orte noch hinzukommen. Wenn Schulen und Kindertageseinrichtungen befallene Bäume melden, werden diese bevorzugt behandelt, damit der Betrieb schnell wieder aufgenommen werden kann. Das führt wiederum dazu, dass die Arbeit in den Parks liegen bleibt.

Sind weitere Sperrungen zu erwarten?

Die Baumexperten im Tiefbauamt rechnen auch an Pfingsten und danach mit weiteren Fundstellen. „Jeder, der Expertenwissen hat, ist derzeit im Kontrolleinsatz“, sagt Stadtsprecher Christian Schön. Bei größeren Funden werde die Öffentlichkeit auch an den Pfingstfeiertagen informiert. Schwerpunkt der Kontrollen ist zunächst das Umfeld der bereits betroffenen Gebiete im Norden. Mittelfristig muss aber die gesamte städtische Grünfläche durch Mitarbeiter des Tiefbauamts (Parks und Straße) und des Umweltamts (Wälder) überprüft werden.

Wie lange bleibt das Thema Eichenprozessionsspinner noch akut?

Stadtsprecher Christian Schön teilt mit: „Es ist davon auszugehen, dass das Problem Eichenprozessionsspinner nicht überall vollständig beseitigt werden kann.“ Es sei daher wichtig, den Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe unbedingt zu vermeiden.

Der Stadt seien keine Fälle bekannt, in denen sich Personen sich Verletzungen aufgrund der gefährlichen Brennhaare zugezogen hätten. Es gibt aber mindestens einen bekannten Fall aus dem Stadtteil Wickede. Der Pflanzenschädling ist nicht meldepflichtig.

Was mache ich, wenn ich die Raupen in meinem Garten oder auf meinem Grundstück entdecke?

Eigentümer müssen sich selbst um eine Fachfirma kümmern, die den Schädling beseitigt. Christian Schön sagt dazu: „Aus Umweltschutzgründen ist jedoch ein breiter Einsatz von Insektiziden nicht erwünscht, da die Mittel oft über eine Breitbandwirkung verfügen und dann auch Nützlinge abtöten. Sind der Befall und das Belastungsrisiko gering, reicht eine Überwachung.“

Warum taucht der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr so vermehrt auf?

Die Stadt Dortmund wählt diese Erklärungsmodell: Die Klimaerwärmung begünstige die Vermehrung von wärmeliebenden Insekten. Zu diesen zählt der Eichenprozessionsspinner. Er bevorzugt freistehende und von der Sonne beschienene Einzelbäume. Im Mai schlüpfen die Raupen. Abends wandern sie als Prozession vom Nest in die Baumkrone und fressen die Blätter. Im Spätsommer schlüpfen aus den Puppen die fertigen Nachtfalter, die erneut an Eichenzweigen ihre Eier ablegen. Die Gifthaare am Boden oder in Gräsern können bis zu fünf Jahre aktiv bleiben.

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