Wegen eines Wasserschadens ist das El Mundo dicht - die Wiedereröffnung wird ein Kraftakt

rnBar im Kreuzviertel

Das El Mundo ist eine beliebte Bar im Kreuzviertel. Derzeit ist sie geschlossen. Der Grund ist ein Wasserschaden. Doch wie geht es nun weiter? Wann öffnen sich die Türen wieder?

von Verena Halten

Kreuzviertel

, 22.03.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Bewohner des Kreuzviertels aktuell im El Mundo ein kühles Bier, ein Glas Wein oder Tapas genießen wollen, stehen sie nicht nur vor verschlossenen Türen, sondern auch vor mit Papier zugeklebten Fenstern. Warum, fragte sich da so mancher Stammgast.

Grund ist ein Wasserschaden, der sich laut Inhaber Christian Wolf „einmal durch das ganze Haus gearbeitet hat“. Begonnen hat alles in Wolfs Wohnung, dem das Wohnhaus - in dem sich die Bodega befindet - gemeinsam mit seiner Schwester gehört. Der Heizkesselvorratsbehälter hatte einen Haarriss und ist geplatzt. Da dieser aber verkleidet war, fiel das erst Wochen später auf. Da hatte sich das Wasser schon von oben nach unten durch fünf Wohnungen und durch das El Mundo bis in den Keller gearbeitet.

Anfangs war Christian Wolf noch hoffnungsvoll

Ausgerechnet zum BVB-Spiel gegen Tottenham musste Wolf sein im Viertel beliebtes Lokal also schließen. Anfangs sei er aber noch hoffnungsvoll gewesen, dass er noch am selben Abend wieder öffnen könne. „Da habe ich mich aber gehörig verschätzt“, sagt er. Wie gehörig, das sah er erst, als er die feuerfeste Verkleidung des Sturzes hinter der Theke und die Regale, die dort hingen, abgenommen hatte. Da habe sich gezeigt, dass es nicht nur schlimmer, sondern sogar „viel schlimmer als erwartet“ war.

Aber auch über den ersten Eindruck hinaus lief leider nichts wie gedacht oder geplant. Erst habe er die betroffenen Wohnungen sanieren wollen, dann das Lokal trockenlegen und sanieren wollen. Das sollte bis zum 15. März erledigt sein. Da war das Lokal aber erst trocken. Und: Eigentlich wollte Wolf seine Gäste während dieser Zeit mit einer mobilen Theke im Außenbereich bedienen. Da spielte die Betriebsausfallversicherung aber nicht mit. Wolf: „Die stellten mich vor die Wahl: Entweder ich bekomme Geld von den Gästen oder von denen.“

Wegen eines Wasserschadens ist das El Mundo dicht - die Wiedereröffnung wird ein Kraftakt

Christian Wolf im Inneren der momentan durch einen Wasserschaden recht verwüsteten Bodega. © Verena Halten

Bisher sind aber noch keine Gelder geflossen. Wie hoch die Summe sein wird, die die Versicherung Wolf für seine ausfallenden Einnahmen und die nach wie vor anfallenden Personalkosten erstatten wird, ist zurzeit noch offen - acht Mitarbeiter sind im El Mundo beschäftigt, davon eine Vollzeitkraft. Ebenso offen ist jedoch auch die Schadenssumme. Wie stemmt er die Kosten dann? „Da musste ich in Vorkasse gehen“, sagt er. Das wäre machbar, die Frage sei aber wie lange.

Und auch die Versicherung, die den durch das Wasser entstandenen Schaden abdeckt, stellt eine weitere Hürde dar. Es gibt nämlich keine feste Summe, mit der Wolf den Schaden nach Belieben beheben kann. Jede einzelne Sanierungsmaßnahme muss genehmigt werden, „und das bremst natürlich alles aus.“ Man müsse immerhin immer erst auf die Genehmigung warten, bevor man etwas saniert oder wieder instand setzt oder setzen lässt.

Schließen will man das El Mundo nicht

Aber, Wolf bleibt dran und versichert: „Schließen will ich das El Mundo nicht.“ Auch allzu viel verändern wolle er nicht. „Ein wenig frische Farbe kommt an die Wände“, sagt er. Ansonsten lasse man das beliebte El Mundo aber so, wie es ist. Wann er wieder eröffnen wird, steht zurzeit noch in den Sternen. „Ich hoffe bald“, sagt Wolf. Und das scheinen auch die zahlreichen Stammgäste der Bodega zu hoffen.

Sie fragen immer wieder nach - persönlich, bei Facebook oder via Telefon verrät Wolf, der erst letztens mit ein paar Stammgästen ein Bier trinken war. „Man merkt schon, dass die Leute den Laden vermissen“, sagt er. Aber, Wolf versucht es so gelassen wie möglich zu nehmen: „Wenigstens ist das El Mundo gerade wieder in aller Munde.“

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