Schließung besiegelt: Der Skatepark am Dortmunder U ist bald weg

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Zwei Jahre lang war der Skatepark „Utopia“ am U Treffpunkt der überregionalen Skaterszene. Nun muss das Gelände geräumt werden - und zwar schon sehr bald.

Dortmund

, 18.06.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2018 durch einen Zufall entstanden und heute national wie international bekannt und bestaunt, muss das beliebte Skateareal am Dortmunder U schon bald schließen.

Das „Utopia“ wird einem Neubau für studentisches Wohnen weichen.

Damit endet nach zwei Jahren eine Erfolgsgeschichte ganz besonderer Art auf 3000 Quadratmetern am U. Damals wurden Gespräche über mögliche Rampen auf dem Vorplatz geführt.

Durch eine Guerilla-Aktion mit dem Bau einer kleinen Betonrampe wurde Stadtdirektor Jörg Stüdemann auf die Szene aufmerksam – und ging auf die Skateboardinitiative Dortmund zu.

Der ehrenamtlich geführte Verein, der sich schon seit vielen Jahren um die Skatehalle am Dietrich-Keuning-Haus kümmert, bekam das Angebot einer Zwischennutzung für das freie Areal im Schatten des U-Turms.

Dahinter steckte die Idee, die schon am U vorhandene Skaterszene auf einem Areal zu bündeln und ihr gleichzeitig die Möglichkeit zur freien Gestaltung zu lassen. So entstand nach und nach in Do-it-yourself-Manier ein Skatepark nach den Wünschen und Bedürfnissen der Skater.

Alles ehrenamtlich und in Eigenregie

„Wir machen hier alles ehrenamtlich in Eigenregie und haben aus Vereinsgeldern und Spenden gut 12.000 Euro in die Bauten und das Areal investiert“, erklärt Jana Malzkorn von der Skateboardinitiative.

Neben einer Holzhütte, finanziert durch das Quartiersmanagement Unionviertel, die als Bar dient, wurden eine Bühne, Sitzmöbel aus Paletten und 26 Rampen und Skateelemente gebaut.

Entstanden ist ein international einzigartiges Skate-Paradies, das individuell gestaltete Rampen für Profis und Anfänger bietet. Der anfangs bis Oktober 2018 befristete Nutzungsvertrag wurde immer wieder verlängert, da die Vermarktung des Grundstückes noch auf sich warten ließ.

Und so gab es immer wieder eine Vertragsverlängerung, der Skatepark wuchs, wurde immer bekannter und an schönen Tagen kamen bis zu 150 Skater aus dem gesamten Ruhrgebiet.

Die Kündigung war ein Schock und Ansporn zugleich

„Die Kündigung hat uns Anfang Juni erreicht und kurz geschockt, auch wenn wir immer wussten, dass dies hier nur begrenzte Zeit möglich ist", so Malzkorn. So wurde der Verein aufgefordert, bis zum 24. Juni alles abzubauen und bis zum 30. Juni das Grundstück zu übergeben. Nach dem ersten Schock kam die Motivation, eine neue Fläche zu suchen.

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Aus den 90 aktiven Mitgliedern des Vereins gründete sich eine Arbeitsgruppe, die jetzt ein neues Areal sucht. „Uns ist wichtig, dass wir hierbei das DIY-Prinzip weiter umsetzen und sich jeder einbringt“, so David Skalis.

Er gehört zur Projektgruppe der Skateboardinitiative, die entweder einen Ort für eine weitere Zwischennutzung oder im besten Fall für eine dauerhafte Nutzung sucht. Erste Gespräche mit Jörg Stüdemann oder der Emschergenossenschaft liefen bereits.

Einige der aktiven Skater, die auch noch vor kurz vor der Corona-Krise aktiv auf dem Areal waren. Aktuell hat der Skatepark wieder geöffnet.

Einige der aktiven Skater, die auch noch vor kurz vor der Corona-Krise aktiv auf dem Areal waren. Aktuell hat der Skatepark wieder geöffnet. © Didi Stahlschmidt

„Das soll nicht das Ende des Utopia sein, das ist unser Ziel“, sagt Skalis. Ihnen ist es wichtig, dass der neue Skatepark professionell in Eigenregie und nach den Bedürfnissen der Nutzer gestaltet wird – und dass sie eine verlässliche Planungssicherheit haben.

So wollen sie an einem neuen Standort, der mindestens 500 Quadratmeter haben sollte, an die erfolgreichen Formate und Kooperationen mit Akteuren der Stadtgesellschaft anknüpfen.

Dazu zählen Workshops mit Schulen zum Thema Inklusion, Behindertensport und Mobilität sowie Kooperationen mit dem Jugendamt oder den DJ-Picknicks. Aktuell hat die Skatehalle am Dietrich-Keuning-Haus wieder geöffnet, wenn auch nur für „private“ Vermietungen und nicht im Regelbetrieb. Anmeldungen sind via E-Mail möglich.

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