Weißes Pulver ist harmlos

Als die Brieföffnungsmaschine weiße Krümel "ausspuckte", dachte sich die 52-jährige Angestellte der Dogewo nichts dabei und setzte ihre Arbeit im zweiten Stock des Unternehmens an der Landgrafenstraße fort.

26.03.2008 / Lesedauer: 2 min

Der Schock folgte am nächsten Morgen beim Frühstück: Als die Frau in der Zeitung las, dass genau so ein Umschlag mit weißen Pulver am Tag zuvor einen Großeinsatz der Feuerwehr im Stadthaus am Südwall ausgelöst hatte (RN berichteten), griff sie sofort zum Telefonhörer.

Auch wenn man bei der Feuerwehr schnell von einem "ganz dummen Scherz" ausging, lief das volle Schutzprogramm mit Dekontaminationseinheit und ärztlicher Untersuchung. Inzwischen hat das Gesundheitsamt die erste Einschätzung der Feuerwehr bestätigt: Kein Gift, keine Kampfstoffe. Dr. Udo Lepper: "Im Pulver lassen sich keinerlei gesundheitsschädliche Substanzen nachweisen."

Die erschrockene Dogewo-Mitarbeiterin alarmierte umgehend ihren Chef und der die Polizei. Die sperrte die Landgrafenstraße zwischen Ruhrallee und Meißener Straße ab.

Um 9.45 Uhr war die Feuerwehr mit 25 Leuten vor Ort. Die Experten der ABC-Spezialeinheit schlüpften in ihre Schutzanzüge, und machten sich im zweiten Stockwerk an die Arbeit. Hier in der Etage der Geschäftsführung steht die Brieföffnungsmaschine.

Die Feuerwehr fand ausreichend Reste des Pulvers an der Maschine, um den Stoff untersuchen zu lassen. Zuvor hatte bereits die Putzfrau einen Teil der Substanz in den Müll befördert.

Als die erlösende Nachricht des Gesundheitsamtes sich gestern verbreitet, macht sich auch Erleichterung bei den Dogewo-Mitarbeitern breit. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gibt es keine Hinweise für eine Bedrohung oder Erpressung.

Feuerwehrsprecher Thomas Osthoff macht allerdings auf etwas anderes aufmerksam: "Während unsere Leute hier gebunden sind, stehen wir denen, die wirklich Hilfe brauchen, nicht oder nur mit Verzögerung zur Verfügung." blf www. RuhrNachrichten.de

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