Welche Schulen in Dortmund sind besonders gefragt?

rnWeiterführende Schulen

Die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen sind schon seit einiger Zeit beendet. Jetzt liegen die Ergebnisse vor - mit klarem Trend.

Dortmund

, 12.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Blick täuscht. 4987 Schülerinnen und Schüler wechseln nach den aktuellen Anmeldezahlen im August von der Grundschule auf eine weiterführende städtische Schule. Das sind 66 weniger als im Vorjahr.

Doch dass die Zahl der Neuanmeldungen gesunken ist, ist nur eine Momentaufnahme. Die Geburtenzahlen zeigen, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler auch an den höheren Schulen in den nächsten Jahren rasant steigen wird. „Es geht sogar über die 6000er Grenze“, berichtet Schuldezernentin Daniela Schneckenburger. Das heißt, dass für die Schulen eher Ausbau angesagt ist.

Trend zum höheren Abschluss

Und dafür liefern auch die aktuellen Anmeldezahlen wichtige Hinweise. Denn sie zeigen, welche Schulformen besonders gefragt sind. Und dabei gibt es eine wichtige Erkenntnis: „Wir beobachten seit Jahren einen Trend zum höheren Abschluss. Die Eltern wollen die Option Abitur offenhalten“, bilanziert Daniela Schneckenburger. „Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Bildung eine wichtige Ressource ist im Leben. Also eine sehr rationale Entscheidung, die wir unterstützen.“

Die gefragteste Schulform ist nach wie vor das Gymnasium. Mehr als jeder dritte Grundschüler - knapp 34 Prozent - will oder soll hierhin wechseln.

Direkt dahinter liegt mit rund 30 Prozent die Gesamtschule. „Der Trend zur Gesamtschule ist ungebrochen“, stellt die Schuldezernentin fest - und das auch entgegen der allgemeinen Erwartung der Bildungsexperten, dass mit der Wiedereinführung des neunjährigen Abiturs an den Gymnasien die Anmeldungen an Gesamtschulen wieder sinken.

Nicht genug Platz an Gesamtschulen

Schon jetzt ist die Nachfrage höher als das Angebot: 109 Eltern mussten ihr Kind an einer anderen Schule anmelden, weil die insgesamt 1404 Gesamtschul-Plätze nicht ausreichen. Dabei wird das Angebot an mehreren Schulen sogar aufgestockt:

An der Anne-Frank-Gesamtschule, der Europa-Gesamtschule und der Gesamtschule Brünninghausen werden zum neuen Schuljahr je zwei zusätzliche Eingangsklassen gebildet.

Umgeschichtet werden muss auch an den Gymnasien. Hier sollen fünf zusätzliche Eingangsklassen gebildet werden. Hier wartet die Stadt noch auf die Zustimmung der Bezirksregierung. Vorgesehen sind zusätzliche Klassen am Helene-Lange-, Immanuel-Kant-, Phoenix- und am Max-Planck-Gymnasium sowie am Gymnasium an der Schweizer Allee.

Hauptschule kaum noch gefragt

An den übrigen Schulformen gibt es keine Veränderungen. Knapp ein Viertel der Eltern - 23 Prozent - wollen ihr Kind auf eine Realschule schicken. Die Hauptschule ist nur noch bei 4 Prozent gefragt - für sie gibt es stadtweit 213 Anmeldungen.

Den Bestand der Hauptschule sieht Daniela Schneckenburger trotzdem nicht in Frage gestellt. Nicht zuletzt hätten die Hauptschulen eine wichtige Funktion bei der Aufnahme und Integration von Kindern von Zuwanderern, merkt sie an.

Sekundarschule vor Umwandlung

68 Anmeldungen gibt es für die Reinoldi-Sekundarschule in Westerfilde, deren Status sich aber in absehbarer Zeit verändern könnte. Die Stadt denkt über die Umwandlung in eine Gesamtschule nach, um der Nachfrage nach dieser Schulform gerecht zu werden.

Darüber hinaus könnten ein bis zwei weitere Gesamtschulen entstehen. Ob der weiter wachsende Bedarf tatsächlich durch Neubauten oder die Erweiterung bestehender Gesamtschulen gedeckt wird, ist aber noch offen, erklärt Daniela Schneckenburger. „Es wird nach möglichen Standorten gesucht.“

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Generell gilt mit Blick auf die weiter steigenden Schülerzahlen: „Für die Schulen wird es in den nächsten Jahren ein sehr ambitioniertes Bauprogramm geben. Wir wollen die Platzzahlen an allen von Eltern gewünschten Schulen sichern“, verspricht die Dezernentin.

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