Wenn der Lohn nicht reicht

DORTMUND Frank Neukirchen-Füsers schlägt Alarm. 9.571 Menschen in Dortmund verdienen mittlerweile mit ihrer Arbeit so wenig, dass sie zusätzlich Hartz IV beziehen. Der Arge-Geschäftsführer: "Die Zahl ist um 1.721 sprunghaft gestiegen."

von Von Achim Roggendorf

, 26.07.2007, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wenn der Lohn nicht reicht

Arge-Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füser.

Und schlimmer: Die Tendenz ist weiter steigend. Ihr Lohn reicht nicht zum Leben. „Aufstocker“ nennt man diese Klienten bei der Arge Dortmund, weil sie auf ihr Gehalt noch Teile des Arbeitslosengelds II drauf bekommen. Der Experte beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. Er fürchtet, dass da neuer sozialer Sprengstoff entsteht.

Dabei sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Dortmund, die der Hartz-IV-Empfänger auch, wie der Neukirchen-Füsers bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz betonte. Und doch wächst das Heer der Aufstocker, die zu ihrem Lohn Gelder erhalten. „Dabei“, so der Arge-Geschäftsführer, „beantragen nicht alle, die es könnten, auch tatsächlich noch Hartz IV zusätzlich zum Lohn.“

Mancher, der Lohn beziehe, schäme sich nämlich für den Weg zum Amt. Der Trend auf dem Arbeitsmarkt gehe zum Minijob, etwa im Einzelhandel, rechnet Neukirchen-Füsers mit einer Verschärfung des Problems. Insofern sei es nicht erstaunlich, dass Niedrigsteinkommen zunehmend nicht mehr zum Leben reichten und mit dem Arbeitslosengeld II alimentiert werden müssten.

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