Ende der Mietpreisspirale? – Mieterverein Dortmund ist skeptisch

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Laut einer Statistk steigen die Mietpreise in Dortmund derzeit nur „moderat“ an. Der Mieterverein sieht das anders – und kennt viele Gegenbeispiele.

Dortmund

, 17.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das hört sich zunächst einmal gut an. Laut einer groß angelegten Untersuchung der „Immowelt AG“ scheint das Ende der Mietpreisspirale in Deutschland vielerorts erreicht: So seien die Mieten in Dortmund seit 2018 „nur“ um 3 Prozent und somit „moderat“ gestiegen.

Von 6,80 auf 7 Euro kletterte demnach die durchschnittliche Nettokaltmiete bei Neuvermietungen in Dortmund innerhalb des vergangenen Jahres, was einer Beruhigung des Mietmarktes entspreche. Eine positive Formulierung, mit der sich Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins Dortmund und Umgebung, allerdings nicht anfreunden kann. „Nein“, sagt Stücker, „das sehen wir nicht so.“

Relativ höchster Anstieg in NRW

Denn in Dortmund müsse berücksichtigt werden, dass es gerade in der jüngeren Vergangenheit zu hohen Anstiegen gekommen sei: „Vor zwei, drei Jahren hatte Dortmund relativ gesehen den stärksten Mietenanstieg in ganz NRW.“

Das habe vor allem daran gelegen, dass die Ruhr-Metropole anderen Städten wie Düsseldorf, Köln oder Münster in Sachen Mietsteigerung zeitlich schlichtweg hinterherhinkte. Erst später habe sich dieser Trend dann auch auf Dortmund ausgewirkt.

Deshalb seien die hiesigen Preise gerade bei Neuvermietungen teilweise sehr hoch: „Wir bekommen Anrufe, in denen Menschen um Hilfe bitten. Sie könnten nun endlich eine Wohnung bekommen – doch der Vermieter verlange 10 Euro pro Quadratmeter.“

Besonders für Familien, die bislang noch rund 5 Euro bezahlt hätten, nun aber eine größere Wohnung bräuchten, sei der Umzug ein schwieriger Schritt: „Die fragen sich: ‚Kriegen wir das überhaupt gestemmt?‘“

Preisbremse greift nicht

Denn bei Bestandsmieten, die der Vermieter nicht nach Gutdünken anheben kann, liege das Niveau deutlich unter denen der Neuvermietungen. Und da hilft auch die viel diskutierte Mietpreisbremse nicht, „denn das gesamte Ruhrgebiet ist davon ausgeschlossen“, erläutert Stücker.

Natürlich gebe es auch Genossenschaften oder Unternehmen, die durchaus faire Mieten verlangten. Vielfach verbunden allerdings mit langen Warteschlangen. „Wer geplant hat, in ein paar Jahren ein Kind zu bekommen, sollte möglichst schon jetzt in eine Genossenschaft eintreten“, sagt Stücker – und kann sich ob der Skurrilität dieser Logik ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Zwar gebe es in Dortmund noch immer ein Nord-Süd-Gefälle, „aber mittlerweile ziehen die Preise überall an.“ Das gelte übrigens auch für die Nordstadt, bis vor wenigen Jahren noch die günstigste Wohngegend Dortmunds: „Dort sind die Mieten ebenfalls gestiegen.“

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