Warum die Kaiserstraße die beste Straße Dortmunds ist: Insider-Tipps von Mareen (22)

rnSerie „Straßen voller Leben“

In der Serie „Straßen voller Leben“ stellen wir Dortmunds beste urbane Ecken vor. Zu Kaiserstraße und Umgebung in der City-Ost gibt es Insider-Tipps und eine Liebeserklärung von Mareen (22).

von Rebekka Antonia Wölky

Dortmund

, 24.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Die Kaiserstraße – das sind 400 Meter Bäume, Cafés, kleine Eisdielen, Blumenläden und Restaurants. Zumindest im vorderen Teil, bevor sie auf die Hamburger Straße trifft und mehrspurig wird. Der Anfang ist ein kleines Idyll östlich der Haupteinkaufszonen der City. Im Kaiserstraßenviertel zu wohnen, bedeutet für viele Menschen ein Wohlgefühl, das man in einer Großstadt nicht an vielen Orten empfindet. Auch die 22-jährige Mareen Illiges, die wegen ihres Studiums aus Rheda-Wiedenbrück nach Dortmund gezogen ist, lebt gern im Viertel.

„Mit dem Rest von Dortmund bin ich nicht so schnell warm geworden, aber im Kaiserviertel habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt“, sagt sie. Mareen wohnt mit einer Mitbewohnerin in ihrer ersten eigenen Dortmunder Wohnung in der Moltkestraße, die direkt von der Kaiserstraße abzweigt.

Wenn im Frühling die Kirschbäume blühen, wird diese kleine Straße jedes Jahr aufs Neue zu einem der wohl meistfotografierten Orte der Stadt. Auch Fußgänger auf der Kaiserstraße bleiben dann stehen und sehen die Straße hinauf. Denn die blühenden Bäume am Straßenrand bilden einen üppigen, rosafarbenen Baldachin. „Lustigerweise hat unsere Wohnungsbesichtigung hier auch im Frühling stattgefunden. Das sah so schön aus, dass wir uns sofort in das Viertel verliebt haben“, erzählt Mareen.

Viele alte Gebäude

Von ihrer Wohnung aus braucht man zu Fuß kaum zwei Minuten bis zur Kaiserstraße. „Was ich an der Gegend besonders mag, ist, dass es hier in einer einzigen Straße alles gibt, was man braucht“, sagt sie auf dem Weg dorthin. „Direkt gegenüber der Moltkestraße ist ein Rewe, wenn man links abbiegt, gibt es einen DM. Und rechts, hinter dem Kaiserbrunnen, wo früher ein Edeka war, hat vor kurzem ein Bioladen eröffnet.“

Biegt man aus der Moltkestraße nach rechts auf die Kaiserstraße ab, geht es in Richtung Landgericht. Mareen bleibt kurz stehen und betrachtet das helle Gebäude mit den hohen Eingangstüren und den imposanten Statuen auf dem Dach. „Das Gebäude finde ich immer wieder schön“, sagt sie. „In diesem Viertel gibt es auch an vielen Stellen noch alte Wohnhäuser aus der Vorkriegszeit.“

Kulinarisches

Der Weg die Kaiserstraße entlang führt an der Eisdiele Kuhbar vorbei. Hier kauft Mareen sich eine Kugel Eis, bevor es weitergeht. Wenige Meter weiter deutet sie auf eine weitere Eisdiele. „Der Laden ist neu, da muss ich bald auch unbedingt mal was probieren“, sagt sie. An den Eisdielen vorbei erreicht man in wenigen Gehminuten den Heiligen Weg und das Café Lotte.

Das ist die Kaiserstraße

Die Kaiserstraße beginnt östlich des Walls als Verlängerung des Ostenhellwegs. Im Kaiserviertel sind viele alte Gebäude aus Vorkriegszeiten erhalten, einige davon, wie das Landgericht, stehen unter Denkmalschutz. Zentral für die Kaiserstraße sind das auffällige Eingangsschild zum Kaiserviertel, das am Heiligen Weg über der Straße hängt und der begrünte Platz um den Kaiserbrunnen.

Auf dem Rückweg deutet sie auf den italienischen Imbiss „Pizza Man“. „Hier bestellen wir abends manchmal etwas, wenn wir, wie richtige Studentinnen eben, nichts zu essen im Haus oder einfach keine Lust haben, zu kochen“, sagt sie und lacht.

Das Thema Essen scheint im Kaiserviertel hoch im Kurs zu stehen. Bäckereien, Cafés, Restaurants und Imbissbuden reihen sich aneinander. Aber auch eine kleine Papeterie und einen Buchladen gibt es. Und ein Blumengeschäft. „Ich mag bunte Blumen, weil sie gute Laune machen“, sagt Mareen im Vorbeigehen. „Manchmal gönnen wir uns hier einen Bund für die WG-Küche oder unseren Wohnzimmertisch.“

Der Ostfriedhof

Obwohl er nicht direkt an der Kaiserstraße liegt, ist auch der Ostfriedhof ein wichtiger Teil des Viertels. Vom Kaiserbrunnen aus erreicht man ihn, wenn man schnell geht in fünf, in gemütlichem Tempo in rund zehn Minuten. „Besonders nach einem stressigen Tag ist es schön, abends spazieren zu gehen und durch die kleinen Straßen bis zum Friedhof und wieder zurück zu laufen“, sagt Mareen. Im Kaiserviertel fühle man sich sicher: „Viele Studenten und junge Familien wohnen hier.“ Selbst, wenn man erst spät nachts nach Hause komme, sei es immer friedlich. „Angst habe ich hier noch nie gehabt.“

Was man an der Kaiserstraße nicht verpassen darf - das sind Mareens Insider-Tipps:

Warum die Kaiserstraße die beste Straße Dortmunds ist: Insider-Tipps von Mareen (22)

Die Kuhbar bietet neben klassischem Eis auch Waffeln und Shakes an. Eine Besonderheit: Das Maskottchen, die Kuh Luise, findet sich auch in den Namen der Eissorten wieder: Schokuhlade, Kuhkie, Jokuhrt... © Rebekka Wölky

Tipp 1: Die Kuhbar, Kaiserstraße 41

Besonders an den bevorstehenden warmen Sommertagen sollte man wissen, wo man das beste Eis des Viertels bekommt. Mareen wählt ganz klar die Kuhbar zu ihrer Lieblingseisdiele. Vor der tummeln sich an jedem sonnigen Tag Jugendliche und junge Familien mit kleinen Kindern. Alle haben sie Eiswaffeln oder Becher mit bunten Kugeln in der Hand. Welche Eissorte hier am besten schmeckt? „Kuhkie“, sagt Mareen. Die Wortspiele gehören zum Geschäftsmodell.

Warum die Kaiserstraße die beste Straße Dortmunds ist: Insider-Tipps von Mareen (22)

Das Café Lotte gibt es in Dortmund zweimal. An der Kaiser- und an der Saarlandstraße. Berühmt ist es für seine Trinkschokolade. Neben Frühstück gibt es hier unter anderem Kuchen und warme Speisen. © Rebekka Wölky

Tipp 2: Das Café Lotte, Kaiserstraße 15

„Am Wochenende machen wir oft einen spontanen WG-Ausflug und gehen hier frühstücken“, sagt Mareen. „Dann starten wir ganz entspannt mit einer Trinkschokolade in den Tag.“ Die Trinkschokolade im Café Lotte ist fast schon eine kleine Berühmtheit in Dortmund. Ein Schokoladen-Block wird in einer Tasse warmer Milch aufgelöst. Das Getränk gibt es unter anderem ganz klassisch als Vollmilchschokolade oder mit Chili oder Zimt gewürzt. Einige Varianten sind sogar vegan. Dazu empfiehlt Mareen ein belegtes Croissant.

Warum die Kaiserstraße die beste Straße Dortmunds ist: Insider-Tipps von Mareen (22)

Der Hexenkessel liegt im Osten des boulevardähnlichen Teils der Kaiserstraße. Das Restaurant ist oft gut besucht. Mit Blick auf den Kaiserbrunnen können Gäste Burger und Steak essen und dazu Bergmann-Bier trinken. © Rebekka Wölky

Tipp 3: Der Hexenkessel, Kaiserstraße 92

Das Restaurant „Hexenkessel“ liegt direkt am Kaiserbrunnen. Unter großen Sonnenschirmen kann man hier bei gutem Wetter mit Blick auf den parkähnlichen Platz auch draußen sitzen. Auf der Speisekarte stehen vor allem Steak und Burger. Wer sich zwischen zwei Burgern nicht entscheiden kann, der bestellt einfach zwei kleinere „Twin-Burger“ für das doppelte Geschmackserlebnis. Auch viele vegetarische Burger stehen auf der Karte. Zu den Getränken: Unter dem Motto „Hier kocht der Pott“ gibt es hier fünf Sorten Bergmann-Bier.

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