Wer ließ OB-Sold weiter an Ullrich Sierau zahlen?

Polit-Skandal

DORTMUND Stadtdirektor Siegfried Pogadl (SPD) treibt eine Frage um: Wer hat angeordnet, dass Parteigenosse Ullrich Sierau auch nach der Niederlegung des OB-Amtes am 18. Januar weiter den höheren OB-Sold bezog? Statt etwa 8500 Euro Grundgehalt etwas über 11.000 Euro.

18.03.2010, 05:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwer in der Kritik: SPD-OB-Kandidat Ullrich Sierau.

Schwer in der Kritik: SPD-OB-Kandidat Ullrich Sierau.

Am Dienstag (16.3.) hieß in einer städtischen Mitteilung, Sierau seien aus Gründen der Rechtssicherheit die OB-Bezüge vorerst weiter gezahlt worden. Erst nachdem das Verwaltungsgericht die letzte Klage gegen die Wiederholung der OB-Wahl abgewiesen hatte, hat Sierau am 15. März um Klärung seiner Besoldungsansprüche gebeten. Stadtdirektor Pogadl: „Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ Er habe eine Anfrage an das Personalamt gerichtet: „Wer hat das entschieden und auf welcher Basis?“ Pogadl weiter: „Ich sehe es als meinen Job an, das rauszubekommen.“ Für den politischen Gegner ist Sieraus Verhalten eine Steilvorlage.

CDU-Parteichef Steffen Kanitz: „Das ist wahrscheinlich Sieraus Beitrag zur Haushaltskonsolidierung.“ Zudem werde mit zweierlei Maß gemessen. „Die Bezirksvertreter in Brackel, deren Wahl wie die des OB am 9. Mai wiederholt wird, mussten die im Voraus angewiesenen 178,20 € für Februar zurückzahlen“, so Kanitz. Dass Sierau nicht von sich aus sofort auf das höhere Gehalt verzichtet habe, so Mario Krüger, Fraktionschef und OB-Kandidat der Grünen, zeuge von einem Selbstverständnis, nach dem Motto „Ich war OB, ich bin OB und ich werde es sein. Sprach‘s und nahm.“

Geld für ein Amt zu erhalten, das man nicht ausübe, sei „schon eine höchst seltsame Art, mit städtischem Geld umzugehen,“ kritisierte Dr. Annette Littmann, Fraktionschefin von FDP/Bürgerliste. Sierau hat derweil angekündigt, sollte er die OB-Bezüge wider Erwarten zu Recht erhalten haben, werde er sie spenden. 

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