Wer wusste von Klaus Schäfers Kontakten?

Demo-Affäre

DORTMUND Der vom Dienst suspendierte Klaus Schäfer hatte nicht nur Kontakte zur Neonazi-Szene, sondern stets auch Zugang zu Geheimwissen. Er war involviert u. a. in die "Terrorismusabwehr in Großstädten" und arbeitete mit der Polizei in einem Forschungsprojekt.

von Von Peter Bandermann

, 05.05.2010, 06:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wer wusste von Klaus Schäfers Kontakten?

Klaus Schäfer (Bildmitte mit Sonnenbrille, im Profil zu sehen), Ex-Feuerwehrchef von Dortmund, auf einer Neonazi-Demo in Dortmund.

Wie berichtet, hatte Stadtdirektor Siegfried Pogadl den Beamten nach dessen Teilnahme an einer Neonazi-Demonstration vom Dienst suspendiert. Inzwischen seien "alle Verbindungen in das städtische Netz gekappt", so Bullerdieck.

Wie berichtet, hatte Stadtdirektor Siegfried Pogadl den Beamten nach dessen Teilnahme an einer Neonazi-Demonstration vom Dienst suspendiert. Inzwischen seien "alle Verbindungen in das städtische Netz gekappt", so Bullerdieck.

Und das ist offenbar notwendig. Denn Klaus Schäfer verfügte über präzise Kenntnisse über Terrorismusabwehr, Einsatzplanung, Einsatzstrategie und Funkkommunikation bei Großeinsätzen. Der Informationstransfer erfolgte zwischen ihm, anderen Kommunen und der Polizei. Mit diesem Wissen im Kopf nahm er an "politischen Diskussionen" hinter verschlossenen Türen mit Rechtsextremisten teil.

Viele Fragen sind offen, zum Beispiel diese:

  • Gab er Dienstgeheimnisse preis, ließ er sein Wissen in "Diskussionen" einfließen?
  • Wusste die Polizei von Schäfers Kontakten zur Extremisten-Szene?
  • Wenn ja: Warum ist die Stadt nicht über die Treffen informiert worden?

Die Polizei wollte die Frage nach ihren Kenntnissen über Klaus Schäfer nicht beantworten. Ein Sprecher: "Das sind hochsensible Details. Die wollen wir nicht in die Öffentlichkeit tragen. Wir ermitteln auch nicht."

Die Stadt betreibt zurzeit interne Aufklärungsarbeit, fasst Erkenntnisse zusammen und übergibt der Polizei kurzfristig ein Dokument. Mit der Bitte, doch zu ermitteln.

Lesen Sie jetzt