Wetterpilz-Fan reist für sein Hobby quer durch Dortmund und die Welt

rnWetterpilze in Dortmund

Klaus Herda interessiert sich für Wetterpilze. Auch die Dortmunder Exemplare haben es ihm angetan. Auf einer Karte zeigt er, wo es sie in der Stadt gibt. Sein Hobby brachte ihn schon ins Fernsehen.

Wambel

, 03.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

So richtig begonnen hat seine Begeisterung für Wetterpilze im Jahr 2012. Im Mai desselben Jahres kam der Kölner Klaus Herda dann zum ersten Mal nach Dortmund, um sich die lokalen Unterstände in Form von Pilzen anzuschauen.

Und dafür „bin ich kreuz und quer durch Dortmund gefahren“, erinnert der Kölner sich acht Jahre später – wieder in Dortmund, wieder unter einem der riesigen Unterstände. „Dank der guten Anbindung war das damals gar kein Problem“, lobt er sodann den öffentlichen Nahverkehr.

Der Wetterpilz in der Wambeler Grünanlage wurde 2019 saniert.

Der Wetterpilz in der Wambeler Grünanlage wurde 2019 saniert. © Tobias Weskamp

Der Pilz im Wambeler Dorfpark am Hellweg zeichnet sich durch seine konische Gestalt aus, wie Herda erklärt. Das Dach ist leicht schräg, was ihm eine gewisse Wirkung verleihe.

Das Gros der Dortmunder Wetterpilze ist von ähnlicher Bauweise. „Es gibt quasi den ‚Dortmunder Stil’ “, sagt Herda mit einem Augenzwinkern. Dortmund gehört zu den Städten, die (neben Köln und Berlin) die meisten Wetterpilze beheimaten. In den 1930er-Jahren habe es in Köln einen ähnlichen Pilz gegeben.

Um 1900 waren Wetterpilze wie dieser in Bad Berka bereits sehr beliebt.

Um 1900 waren Wetterpilze wie dieser in Bad Berka bereits sehr beliebt. © historisch

„Die Wetterpilze sind in der Regel ‚Relikte‘ aus den 1950er-Jahren“, erklärt Christian Schön von der Pressestelle der Stadt Dortmund. Die Stadt achtet darauf, dass sie erhalten bleiben: „Die Pilze werden regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls bei Beschädigungen repariert.“

Das gilt auch für das Wambeler Exemplar: „Im Zuge der Neugestaltung der Grünanlage in Wambel wurde der dortige Wetterpilz 2019 komplett saniert und auch neu gestrichen.“ Die Stadt habe derzeit nicht die Absicht, einzelne Wetterpilze abzubauen. Allerdings auch nicht, neue Exemplare aufzustellen.

Der Wambeler Wetterpilz hat viel Gebälk im Inneren.

Der Wambeler Wetterpilz hat viel Gebälk im Inneren. © Tobias Weskamp

Eine Homepage führt zu den Standorten

Der Kölner betreibt auch eine eigene Homepage zu Wetterpilzen. Auf dieser kann man sich unter anderem auf mehreren Karten anschauen, wo Wetterpilze stehen. Auch für Dortmund gibt es präzise Einträge. Rund 1000 hat der 53-Jährige weltweit dokumentiert. Auch zahlreiche Infos über die Bauten und Herdas Hobby findet man auf seiner Seite.

Des Öfteren reist Herda zusammen mit seiner Frau umher, um neue Wetterpilze zu entdecken. „Ich finde das auch interessant und komme gerne mit. Während mein Mann Fotos macht, schreibe ich oft Gedichte. Zwei auch schon über Wetterpilze“, erzählt Stefanie Tilch-Neumann (52).

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gab es Wetterpilze, wie dieses Bild von 1790 zeigt.

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gab es Wetterpilze, wie dieses Bild von 1790 zeigt. © historisch

Ähnliche Bauten auf Tahiti entdeckt

Früher waren die Wetterpilze oft mit Reet bedeckt, weiß Herda. Eventuell habe das was mit ihrer Herkunft zu tun. Entdecker hätten ähnliche Bauten Ende des 18. Jahrhunderts auf Tahiti gesehen und die Idee mitgebracht. Die ersten „richtigen“ Wetterpilze seien dann Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet worden, zuerst in Preußen.

Klaus Herda am Wetterpilz An den Teichen.

Klaus Herda am Wetterpilz An den Teichen. © Klaus Herda

Reetdächer haben die Pilze heutzutage aufgrund von Brandschutzgründen nicht mehr. „Oft bestehen sie auch aus Beton“, erklärt Herda. Dadurch würden sie natürlich schnell unansehnlich.

Erschienen ist über Herda auch schon der eine oder andere Artikel, unter anderem in einem Reisemagazin. „Manchmal sorgt das dafür, dass noch mehr Leute auf mein Interesse aufmerksam werden und mich auf weitere Wetterpilze hinweisen“, freut er sich.

Der Wetterpilz im Rombergpark

Der Wetterpilz im Rombergpark. © Klaus Herda

Mit seiner Begeisterung für Wetterpilze hat es Herda außerdem schon ins Fernsehen geschafft. Und zwar 2014 als Kandidat bei „Sag die Wahrheit“. „Dort haben sich zwei andere Kandidaten mit mir als Fan von Wetterpilzen ausgegeben.“

Prominente mussten dann erraten, wer der echte Fan ist. Das Rateteam habe sich dann auf einen Förster „eingeschossen“, der als „Naturbursche“ ihrer Meinung nach wohl eher dazu passte. Sie lagen falsch. Herda schmunzelt.

Klaus Herda ist stets daran interessiert, von weiteren Wetterpilzen zu erfahren. Seine Seite nebst Kontaktdaten findet sich unter: www.wetterpilze.de

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