Widerstand gegen Bahnhofspläne: Diese Anwohner in Dortmund gehen auf die Barrikaden.

rnBahnhöfe in Dortmund

Neu ist nicht immer gut. Das zeigen die Pläne der Deutschen Bahn, einen Bahnhof zu verlegen. Den wollen die Anwohner an dem Ort belassen, wo er jetzt ist. Und hier sind die Gründe.

Aplerbeck

, 19.11.2019, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass sich am Bahnhaltepunkt Aplerbeck-Süd etwas tun muss, ist wohl jedem klar. Denn der alte Bahnhof ist nicht barrierefrei. Um das zu ändern, hat die Deutsche Bahn zwei Vorschläge vorgelegt: den Umbau an Ort und Stelle oder eine Verlegung des Bahnhofes auf die östliche Seite der Wittbräucker Straße, an die Fuldastraße.

Es gibt zwei Möglichkeiten für den Ausbau

Die Stadt Dortmund favorisiert die Bahnhofs-Verlegung. Das ist insofern eine wichtige Information, als der Rat der Stadt auch die Entscheidung trifft. Bei der Bezirksvertretung Aplerbeck ist die Idee der Bahnhofs-Verlegung bereits durchgefallen.

Eine große Mehrheit der Mitglieder spricht sich für den barrierefreien Umbau an Ort und Stelle aus. Also am Ende der Mondstraße, wo der Bahnhof schon immer beheimatet war.

Widerstand gegen Bahnhofspläne: Diese Anwohner in Dortmund gehen auf die Barrikaden.

Die Haltestelle an der Fuldastraße trägt schon länger den Namen Aplerbeck-Süd-Bahnhof. © Jörg Bauerfeld

Auch die Anwohner der Fuldastraße und der Straßen Watermannberg machen nun mobil gegen eine Verlegung. Es hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die die Verlegung verhindern will. Zwei Sprecher hat die Initiative, einer davon ist Horst Tunke.

Die Aplerbecker Anwohner sind gegen die Verlegung des Bahnhofs

„An der Fuldastraße sind die meisten Anwohner gegen eine Verlegung des Bahnhofes. Jetzt sprechen wir die Leute südlich der Schienen an, ob sie sich uns anschließen“, sagt Tunke. „Die werden von einer Verlegung genauso betroffen sein.“

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Aber warum haben die Anwohner der Fuldastraße Bedenken gegen eine Verlegung des Bahnhofes? Da ist erst einmal die zusätzliche Verkehrsbelastung. Schon jetzt habe sich die Fuldastraße, die in die Schwerter Straße übergeht, zu einer Hauptverbindungsstraße zwischen Aplerbeck, Sölde und Holzwickede entwickelt. „Was hier an Verkehr durchrauscht, ist jetzt schon zu viel“, sagt Tunke.

„Es gab vor vielen Jahren einmal einen Plan, eine Südumgehung zu bauen. Das haben Lokalpolitiker verhindert. Jetzt fahren alle durch die Fuldastraße und dazu meistens noch zu schnell“, sagt Tunke. „Das zumutbare Maß ist schon überschritten. Auch was den Lärm angeht.“ Wenn jetzt auch noch an- und abfahrende Züge dazukämen, wäre die Lärmbelästigung einfach zu hoch.

Schon jetzt fehlen Parkplätze an der Fuldastraße

Ein weiteres Problem der Anwohner der Fuldastraße ist der fehlende Parkraum. Schon jetzt seien viel zu wenig öffentliche Parkplätze vorhanden. Die einzige Möglichkeit, um für mehr Parkraum zu sorgen, wäre der Rückbau des Grünstreifens zwischen der Fuldastraße und der Bahnlinie.

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Das wollen die Anwohner auf jeden Fall verhindern. „Dieser Grünstreifen, der hat eine Funktion. Für uns Anwohner als Sicht- und Lärmschutz“, sagt Tunke. Aber es sei auch ein Rückzugsort für Vögel und Lebensraum für Insekten.

Aber selbst wenn die Fläche als Parkfläche umfunktioniert wird, bleibt es bei zu wenig Parkraum vor Ort. „Man muss doch auch sehen, dass an dem jetzigen Standort ein Parkplatz vorhanden ist. So viele Parkplätze bekommen sie doch gar nicht hier an die Fuldastraße“, sagt Tunke.

Anwohner hoffen auf „richtige“ Entscheidung

Aber wie bekommen die Anwohner den Zugverkehr momentan mit? Die Leute seien unterschiedlich stark betroffen, aber der Lärm halte sich in Grenzen. Und das soll, so die Meinung vieler Anwohner in diesem Bereich, auch so bleiben. Hier ruht die Hoffnung der Anwohner auf der aus ihrer Sicht richtigen Entscheidung des Rates: den Bahnhof nicht zu verlegen.

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