Wie die Ehrenamtlichen der Parkakademie den Corona-Alltag bewältigen

rnEhemalige Altenakademie

Die Parkakademie im Westfalenpark hat sich auf den Alltag mit Corona eingestellt. Das hat nicht nur viele Umstellungen mit sich gebracht - sondern kostet auch immer wieder Geld.

Dortmund

, 22.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Früher konnte Hannelore Hückel die Kosten relativ sicher kalkulieren, wenn sie mit einer Gruppe von 20, 30 oder mehr Menschen zu einem Besuch des Düsseldorfer Kunstpalastes aufgebrochen ist. Oder zum Naturkundemuseum nach Münster. Hannelore Hückel, ehemalige Lehrerin am Reinoldus-Schiller-Gymnasium, engagiert sich als ehrenamtliche Reisereferentin an der früheren Altenakademie im Westfalenpark, die inzwischen „Parkakademie“ heißt. Seit 2011 leitet die Seniorin die Exkurse.

Ziele können die „Dortmunder Industriewelten“ sein: Wilo, der Hafen, die EDG. Es kann aber auch das Unionviertel sein, dem sie einen Besuch abstatten. Oder ein Geigenbauer im Kreuzviertel. Und dann sind da eben die diversen Museen im Umkreis von einer Stunde Zugfahrt. Hannelore Hückel organisiert die Touren, ordert den Imbiss und bucht den Museumsführer.

Die Kosten steigen

Die Kosten hat Hannelore Hückel stets im Blick. Seit Wiedereröffnung der Parkakademie im Juni fallen die Kalkulationen allerdings anders aus: Corona muss mitgerechnet werden. Das treibt die Kosten.

Beispiel Museumsbesuch: Früher marschierten sie mit 20 bis 25 Leuten zur Kasse und erhielten aufgrund der Gruppenstärke Rabatt beim Eintritt. Es gab eine Führung für alle. Das ist jetzt anders: „Aufgrund der Corona-Beschränkungen dürfen höchstens Gruppen von acht bis zehn Personen an einer Führung teilnehmen“, schildert Hannelore Hückel. Das bedeutet: Sie müssen sich aufteilen, den Museumsführer gleich zwei- oder gar dreimal ordern - und entsprechend bezahlen.

Hannelore Hückel arbeitet ehrenamtlich als Reisereferentin, Manfred Milkowitz leitet einen Gesprächskreis.

Hannelore Hückel arbeitet ehrenamtlich als Reisereferentin, Manfred Milkowitz leitet einen Gesprächskreis. © Beushausen

„Eine Führung kann bis zu 150 Euro kosten“, rechnet Karin Ehlert vor, Diplom-Kauffrau und Pädagogische Leiterin der Parkakademie. Die aber stehe in Konkurrenz zu anderen Bildungsträgern. „Deshalb können wir die zusätzlichen Kosten nicht immer eins zu eins an die Teilnehmer weitergeben“, sagt Ehlert. Weshalb zumindest ein Teil von der Parkakademie aufgefangen werden müsse.

Betrieb an sieben Tagen

Dabei entpuppt sich Corona auf vielen Ebenen als Kostentreiber. Auch die Besuchergruppen in der Parkakademie sind zahlenmäßig beschränkt. Was dazu führt, dass Kurse oder Vorträge gesplittet werden und doppelt stattfinden – und ein Teil der 80 Referenten dann auch doppelt bezahlt wird. Sicher, bei Bedarf können Räume vergrößert oder verkleinert werden. Alles lässt sich dadurch aber nicht auffangen – weshalb die Parkakademie die Wochen nicht mehr freitags beendet, sondern den Betrieb auf samstags und sonntags ausgedehnt hat.

„Unser Bestreben war, so wenig Veranstaltungen wie möglich ausfallen zu lassen“, sagt Jürgen Linnenkohl. Er ist erster Vorsitzender des Trägervereins „Parkakademie - Forum für Bildung und Begegnung“ - und durchaus stolz auf das 45-jährige Bestehen der Einrichtung, die jährlich rund 3000 Menschen besuchen.

60 arbeiten ehrenamtlich

„Im Mai haben wir das Gebäude den Corona-Bedingungen angepasst und entsprechend hergerichtet“, sagt Jürgen Linnenkohl. Die Hygiene-Regeln sind streng einzuhalten. Es wird weiter Kursangebote geben, Exkursionen, Vorträge und gut vorbereitete Gesprächskreise zu allen möglichen Themen.

"Trotz Corona sollen so wenig Veranstaltungen ausfallen wie möglich", sagt Vereinsvorsitzender Jürgen Linnenkohl.

"Trotz Corona sollen so wenig Veranstaltungen ausfallen wie möglich", sagt Vereinsvorsitzender Jürgen Linnenkohl. © Beushausen

Auch die Parkakademie hat die Corona-Soforthilfe in Anspruch nehmen müssen. Ansonsten sind es Landesmittel, Spenden, Mitgliederbeiträge und Gebühren der Kursteilnehmer, aus denen sich die Akademie mit fünf festangestellten Mitarbeitern speist. Wie sich Corona am Jahresende auf die Finanzlange auswirkt, vermag Karin Ehlert, die Pädagogische Leiterin, noch nicht zu sagen.

Am 31. August startet das Herbst- bzw. Wintersemester, die Terminpläne sind lange fertig. Ohne das Engagement der 60 Ehrenamtlichen sei das alles gar nicht zu stemmen, sagt Ehlert. Weshalb sie gern weitere Ehrenamtliche für die Parkakademie gewinnen möchten. „Arbeit", so die Diplom-Kauffrau, „gibt es genug.“

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