Wie die Messehallen zum Briefwahlzentrum wurden

rnKommunalwahl 2020

Einen Briefwahlrekord gibt es zur Kommunalwahl. Entsprechend groß ist der Aufwand bei der Auszählung. Die Stadt geht dafür in diesem Jahr ungewöhnliche Wege.

Dortmund

, 13.09.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das geschäftige Treiben und die Geräuschkulisse aus tausenden Stimmen erinnern an einen Bienenschwarm. Die fleißige Bienen sind in diesem Fall 2300 ehrenamtliche Wahlhelfer. Ihre Aufgabe ist es, die gut 100.000 Briefwahlstimmen auszuzählen, die bei dieser Kommunalwahl zusammengekommen sind.

Ungewöhnlich ist nicht nur die sehr hohe Zahl, sondern auch der Rahmen für die Auszählung. Die Stadt hat dafür vier Messehallen der Westfalenhallen angemietet, in denen die Helfer an langen Tischen die Briefwahl-Umschläge ausgebreitet haben.

2300 Wahlhelfer

„Die müssen alle einzeln geöffnet werden“, erklärt Christina Allenbach. Die 29-Jährige, die normalerweise in der Dortmund-Agentur arbeitet, ist eine von 2300 Wahlhelferinnen und Wahlhelfern - und stopft nun fleißig blaue Stimmzettel-Umschläge in die Wahlurne am Tisch ihres Wahlvorstands.

282 Wahlurnen gibt es - eine für jedes Auszählteam. Weil wegen Corona mit einer hohen Briefwahl-Beteiligung zu rechnen war, habe man die Zahl der Briefwahl-Lokale von 156 auf 282 erhöht, erklärt Wahlleiter Norbert Dahmen.

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Auch das Briefwahlzentrum in den Messehallen ist Corona geschuldet. Normalerweise findet die Auszählung in einer Schule statt - mit je zwei Wahlvorständen in einem Klassenraum. Das war unter Corona-Bedingungen aber nicht möglich.

„Also haben wir aus der Not eine Tugend gemacht“, sagt Dahmen. Nach dem Vorbild der Stadt Köln wird nun in der Messe ausgezählt. Und das sorgt für ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl, wie auch Christina Allenbach feststellt. „Die Stimmung unter den Wahlhelfern ist gut“, freut sich Dahmen. Und das städtische Wahlbüro hat schon jetzt den Wunsch geäußert, auch bei der nächsten Wahl ohne Corona-Bedingungen wieder die Hallen als Briefwahlzentrum zu nutzen.

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„Das größte Problem bei der Einrichtung war, genug Tische zu bekommen“, berichtet Dahmen. „Und die Miete der Tische war am Ende teurer als die Miete der Westfalenhallen.“

Warten auf 18 Uhr

Dass die Bedingungen gut sind, zeigt sich daran, dass viele Helfer-Teams schon eine Stunde nach „Dienstbeginn“ um 15.30 Uhr mit dem Öffnen der Briefwahl-Umschläge und dem Füllen der Wahlurnen fertig sind. Danach können sie erst einmal die Sonne vor dem Messeeingang genießen.

Erst um 18 Uhr wird es dann wieder geschäftig. Wie in den Wahllokalen vor Ort, dürfen erst dann die Wahlurnen geöffnet werden - und das große Zählen beginnt.

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