Wissenschafts-Show: Wie die „Physikanten“ der Corona-Krise trotzen

rnCoronavirus und Künstler

Die Geheimnisse der Physik zeigen der Dortmunder Marcus Weber und seine „Physikanten“ in Shows und bei Fernsehauftritten - bis zur Corona-Krise. Jetzt sind sie in anderer Form präsent.

Dortmund

, 11.04.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die erste Vorwarnung bekam Marcus Weber am 27. Februar - eine Woche vor dem Bekanntwerden der ersten beiden Corona-Fälle in Dortmund. Ein Auftritt der „Physikanten“ wurde wegen Corona storniert. „Eine Firma hatte zwei Auftritte gebucht, einen intern, einen öffentlichen. Der öffentliche wurde abgesagt“, berichtet Marcus Weber. „Wir haben das anfangs sportlich genommen. Denn Stornierungen gibt es halt immer wieder mal.“

Doch aus der ersten Absage sollte innerhalb weniger Tage eine wahre Lawine werden.

Der Ernst der Lage wurde Marcus Weber spätestens klar, als auch die für März geplanten Aufzeichnungen von TV-Shows wie „Wer weiß denn sowas“ mit Kai Pflaume, in denen der Dortmunder mit verblüffenden Physik-Experimenten Stammgast ist, abgesagt wurden. „Das war wie ein Schlag in den Magen“, sagt Marcus Weber.

Solidarische Auftraggeber

Ab Mitte März lag das Veranstaltungsgeschäft dann komplett brach. Dem Unternehmen „Physikanten & Co.“ war die Geschäftsgrundlage entzogen. Denn aus dem studentischen Projekt, das Marcus Weber vor mehr als 20 Jahren mit gestartet hat, ist eine erfolgreiche kleine Firma geworden.

Experimente wie kann jeder zuhause machen. Physikant Marcus Weber macht es vor.

Experimente wie kann jeder zuhause machen. Physikant Marcus Weber macht es vor. © Kevin Kisker

Die Physikanten sind mit ihren Shows rund um Phänomene der Physik in ganz Europa präsent, treten bei Festen, Firmengalas, Kongressen oder auch schon mal auf Kreuzfahrtschiffen auf. Vielen Dortmundern sind sie durch die Auftritte bei der Museumsnacht in der Dasa bekannt.

Jetzt standen sie plötzlich ohne Einnahmen da. Anfangs floss noch etwas Stornogeld. „Einige Auftraggeber haben aus Solidarität einen Teil der Gage gezahlt oder angezahlt, in der Hoffnung, dass die Veranstaltung nur verschoben wird“, berichtet Weber.

Kurzarbeit für Mitarbeiter

Doch das ist keine langfristige Perspektive. Marcus Weber musste schnell Konsequenzen ziehen. Für vier von sechs festangestellten Mitarbeitern beantragte er Kurzarbeit. „Wir waren mit die ersten, die sich bei der Arbeitsagentur angemeldet haben“, erinnert sich Marcus Weber. „Und wir haben auch schnell die Bewilligung bekommen.“

Betroffen sind aber auch 15 freie Darsteller, die in wechselnder Besetzung in den Physik-Shows im Einsatz sind. Ihnen geht es wie vielen freien Künstlern.

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Bei Marcus Weber ist aus dem Schock inzwischen Trotz geworden. „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern versuchen das Beste aus der Lage zu machen“, verkündet er.

Physik-Experimente im Video

Wie andere Unternehmen werden nun auch die „Physikanten“ digital. Für das Technikmuseum Phäno in Wolfsburg produziert Marcus Weber Videoclips mit Physikexperimenten, die die geplanten Live-Auftritte ersetzen.

Und auch für die Ruhr Nachrichten bieten die Physikanten Physik-Experimente für Zuhause - als lehrreicher Zeitvertreib für die Corona-Zeit. Hier finden Sie die Videos mit spannenden Experimenten zum Nachmachen:

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